Instabile Koalitionen in Brandenburg: Politisches Ringen um Stabilität im Landtag
Die politische Landschaft in Brandenburg bleibt turbulent, nachdem der Antrag der AfD zur Auflösung des Parlaments keinen Erfolg verzeichnen konnte. SPD und CDU lehnten im Landtag von Potsdam diesen Vorstoß der AfD ab. Überraschenderweise stimmte das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) geschlossen mit der AfD für den Antrag, welcher dennoch an der nötigen Zweidrittelmehrheit scheiterte. In der Zwischenzeit sondieren SPD und CDU Möglichkeiten einer Regierungskoalition.
Ministerpräsident Dietmar Woidke, der bis vor Kurzem an der Spitze der SPD/BSW-Koalition stand, entschied sich zur Beendigung dieser bundesweit einzigartigen Allianz. Mehrere Austritte innerhalb der BSW-Landtagsfraktion und die mangelnde Identifikation der BSW mit der Koalition wurden als Ursachen für den Bruch benannt. Laut SPD-Fraktionsvorsitzendem Björn Lüttmann war die Zusammenarbeit lange erfolgreich, doch interne Querelen in der BSW führten letztlich zur Blockade der Regierungsarbeit. Eine vereinbarte Stabilität, glaubt Lüttmann, könne mit der CDU erreicht werden.
Die AfD sieht in den Rücktritten aus der BSW Fraktion und deren Übertritt zur SPD eine Missachtung des ursprünglichen Wählerwillens. BSW-Fraktionschef Lüders teilte ähnliche Bedenken und kritisierte, dass Streit gezielt initiiert worden sei, um den unbequemen Koalitionspartner loszuwerden. Dennoch wies Ministerpräsident Woidke die Notwendigkeit von Neuwahlen zurück und verfolgt den Plan einer Minderheitsregierung mit Unterstützung der CDU.
Ein symbolträchtiges Ereignis der Sondersitzung war das geschlossene Votum der BSW-Fraktion für einen AfD-Antrag, der den Wechsel der Vizepräsidentin Jouleen Gruhn zur SPD infrage stellte. Auch dieser Antrag fand keine Mehrheit. Bemerkenswert ist, dass SPD und BSW traditionell gegen oppositionelle Anträge stimmen, jedoch dem BSW-Abgeordneten Sven Hornauf mehrfach Ausnahmen bzgl. der AfD gewährten. Die Einstufung der AfD als rechtsextremistisch bleibt unterdessen weiterhin umstritten und Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen.

