Inflation in den USA: Ein heißes Thema mit kühlem Kopf betrachten
Die Inflation in den Vereinigten Staaten hat im August wie prognostiziert zugenommen. Laut dem US-Arbeitsministerium stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,9 Prozent, eine Steigerung gegenüber den 2,7 Prozent im Juli.
Experten hatten vor allem aufgrund der erhöhten Zölle einen solchen Anstieg erwartet. Diese Abgaben auf importierte Waren waren durch die Politik von US-Präsident Donald Trump eingeführt worden.
Im Vergleich zum Vormonat verzeichneten die Verbraucherpreise in der größten Volkswirtschaft der Welt ein Plus von 0,4 Prozent, gegenüber einem Anstieg von 0,2 Prozent im Juli. Parallel dazu blieb die Kerninflation, die schwankende Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, im August konstant bei 3,1 Prozent, wie von Analysten erwartet.
Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, äußerte besorgte Töne zu diesem Trend und hob hervor, dass dies der stärkste monatliche Anstieg seit Jahresbeginn sei. Besonders die Lebensmittelpreise, die im Monatsvergleich um 0,5 Prozent stiegen, wurden hervorgehoben. Die Preiserhöhungen bei Versorgern sowie bei Strom führten ebenfalls zu einem Anstieg der Teuerung, während Kraftstoffe im Vergleich zum Vorjahr erneut günstiger wurden.
Analysten sehen die aggressive Zollpolitik der US-Regierung als eine Ursache für die inflatorischen Tendenzen, wenngleich die Wirkung der erhöhten Importzölle laut Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg bislang moderat ausfällt. Die US-Notenbank Fed peilt eine Inflationsrate von lediglich zwei Prozent an, jedoch wird aufgrund einer wirtschaftlichen Abkühlung und Schwächen am Arbeitsmarkt in der kommenden Woche mit einer Zinssenkung gerechnet. Am Devisenmarkt belastete die Aussicht auf sinkende Zinsen den US-Dollar, was dem Euro ermöglichte, mit einem Tageshoch von 1,1737 US-Dollar an Wert zu gewinnen.

