Industriekonjunktur: Lichtblicke und Herausforderungen im globalen Vergleich
Die jüngsten Daten aus den USA und der Eurozone zeichnen ein gemischtes Bild der weltweiten Industriekonjunktur. In den USA hat sich die Stimmung in der Industrie leicht verbessert. Der ISM-Einkaufsmanagerindex legte um 0,4 Punkte zu und erreichte 49,1 Punkte. Experten hatten diesen Anstieg weitgehend erwartet.
In Europa hingegen zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Eurozone verzeichnete mit einem Anstieg der Inflationsrate von 2,0 Prozent im August auf 2,2 Prozent im September eine Entwicklung im Rahmen der Erwartungen der Volkswirte. S&P Global registrierte in der Eurozone einen weniger stark als erwartet zurückgegangenen Einkaufsmanagerindex, der bei 49,8 Punkten landete.
Anders hingegen die Lage in Großbritannien: Hier verschlechterte sich die Industriestimmung wie prognostiziert. Der entsprechende PMI sank um 0,8 Punkte auf 46,2, was die erste Schätzung von Marktforschungsunternehmen S&P Global bestätigt. Im Vergleich fiel der PMI der britischen Industrie deutlicher ab als in der Eurozone.
Abseits der Industrieindizes zeigt sich in den USA ein unerwarteter Rückgang der Beschäftigungszahlen in der Privatwirtschaft. ADP meldete einen Verlust von 32.000 Arbeitsplätzen im September, was im Gegensatz zu den erwarteten 51.000 neuen Stellen steht. Diese Entwicklung markiert den größten Rückgang seit März 2023.
In Deutschland stehen die Maschinenbauer unter Druck. Der VDMA berichtet von einem spürbaren Rückgang der Auftragseingänge im August, beeinflusst durch den andauernden Zollstreit mit den USA. Inland und Ausland verzeichneten Rückgänge von fünf bzw. acht Prozent. Parallel dazu sichert die Europäische Union weiterhin die finanzielle Unterstützung der Ukraine ab: Eine neue Kredit-Tranche über vier Milliarden Euro wurde angekündigt, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes weiter zu stärken.
In der deutschen Innenpolitik drängen Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze in der angeschlagenen Stahlindustrie. Ziel ist die Einführung eines staatlich subventionierten günstigeren Industriestrompreises.

