Importpreise weiter im Sinkflug: Energie als Haupttreiber
Die Einfuhrpreise nach Deutschland setzten im Mai ihren Abwärtstrend fort. Auf Jahresbasis verzeichnete das Statistische Bundesamt einen Rückgang von 1,1 Prozent. Damit fiel der Rückgang deutlicher aus als von vielen Volkswirten erwartet, die mit einem Minus von 0,8 Prozent gerechnet hatten. Auch im Monatsvergleich sanken die Preise um 0,7 Prozent und übertrafen damit die Prognosen von 0,4 Prozent.
Der auffälligste Faktor in diesem Preisrückgang war die Entwicklung der Energiepreise, die im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,6 Prozent fielen. Besonders bemerkenswert waren die Preisabschläge bei Rohöl, das um 26,4 Prozent günstiger wurde, sowie bei Steinkohle und Mineralölerzeugnissen, die um 21,2 Prozent beziehungsweise 17,3 Prozent sanken. Lediglich der Preis für elektrischen Strom und Erdgas stieg im Jahresvergleich leicht an, obwohl er im Vergleich zum April 2025 zurückging.
Abseits der Energiepreise stellten sich die Importpreise anders dar: Sie stiegen um moderate 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders bei Konsumgütern und landwirtschaftlichen Erzeugnissen traten Preiserhöhungen auf. Nahrungsmittel stachen hier hervor, mit bemerkenswerten Anstiegen bei Produkten wie Orangensaft, Süßwaren, Apfel- und Rindfleisch sowie Geflügelfleisch. Letztere verteuerten sich aufgrund gestiegener Kosten insbesondere bei Schokolade und anderen Süßwaren.
Diese Einfuhrbewegungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, ein zentraler Indikator für die Europäische Zentralbank (EZB) in der Ausrichtung ihrer Geldpolitik. Die Inflationsrate in der Eurozone sank im Mai auf 1,9 Prozent und fiel damit unter das EZB-Ziel von 2,0 Prozent.

