Immobilienfieber trotz Vollbremsung: Deutscher Markt bleibt angespannt

Die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt zeigt sich weiterhin unentspannt. Die kürzlich veröffentlichten Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) belegen eine anhaltende Preissteigerung bei Wohnimmobilien. Im Durchschnitt kletterten die Preise im letzten Jahr um 4,2 Prozent – ein Anstieg, der doppelt so hoch ist wie der des Vorjahres. Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt sieht auch für das laufende Jahr keine Entspannung. Angesichts des ungebrochenen Wohnraummangels sei mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.
Tolckmitt fordert daher für 2026 eine verstärkte politische Fokussierung auf die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Er lobte den "Bau-Turbo" der Bundesregierung als Schritt in die richtige Richtung, sieht jedoch zusätzliche staatliche Bürgschaften beim Wohnungsneubau als notwendig an, um den Wohnungsmarkt zu entspannen.
Besonders betroffen sind Mehrfamilienhäuser, deren Preise Ende 2025 um 5,3 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Auch selbst genutztes Wohneigentum, wie Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, wurde mit einem Anstieg von 3,0 Prozent teurer. Die VDP-Zahlen basieren auf Transaktionen von über 700 Banken, darunter renommierte Namen wie die Deutsche Bank und Commerzbank.
Die Metropolen zeigen erneut einen deutlichen Anstieg der Immobilienpreise: In Städten wie Berlin, Düsseldorf und Frankfurt stiegen die Preise durchschnittlich um 4,7 Prozent. Auffällig ist die Spanne innerhalb der Ballungsräume, wobei Frankfurt mit 5,7 Prozent an der Spitze steht, während Stuttgart mit einem Anstieg von 2,2 Prozent das Schlusslicht bildet. Diese Zahlen untermauern die Annahme, dass die Preisrückgänge von 2023, die durch steigende Zinsen verursacht wurden, mittlerweile überwunden sind.
Die Engpässe im Wohnungsangebot führen nicht nur zu Kaufpreissteigerungen, sondern treiben auch die Mieten nach oben. Ende des vierten Quartals lagen die Mieten bundesweit im Schnitt um 3,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor, berichtet der VDP. Das Beratungsinstitut Empirica prognostiziert zudem weitere Mietsteigerungen. Die Neubaumieten in den westdeutschen Großstädten könnten auf rund 20 Euro pro Quadratmeter klettern. Bestandsmieten, derzeit bei durchschnittlich 10,60 Euro, dürften ebenfalls um drei bis vier Prozent steigen, glaubt Empirica-Vorstand Harald Simons.

