IG Metall fordert Taten: Standort Deutschland in der Kritik, aber mit Potenzial
Mit einem starken Appell hat sich die IG Metall an die Regierung gewandt: Die bevorstehenden Gespräche der Koalitionsspitzen sollen nicht nur Ankündigungen hinterlassen, sondern konkrete Maßnahmen nach sich ziehen, mahnt Christiane Benner, die Vorsitzende der IG Metall. Die Politik müsse diesem 'Herbst der Reformen' Leben einhauchen und die Jugendlichen zur Tat motivieren. Ein 'Herbst der hochgekrempelten Ärmel' solle hervorgebracht werden, in dem Zuversicht das Handeln bestimmt. Doch die Gewerkschafterin sieht auch die Gefahr übertriebener Pessimismus, den es zu vermeiden gilt.
In Diskrepanzen zur Arbeitgeberseite geraten, formuliert Benner scharfe Kritik an der oft negativ gezeichneten Situation in Deutschland. Es gelte, die nach wie vor bestehenden Stärken der drittgrößten Volkswirtschaft, insbesondere in innovativen Technologiebereichen wie erneuerbaren Energien und Wasserstoff, stärker ins Licht zu rücken. Aussagen, die Deutschland als stagnierend darstellen, hält sie für deutlich übertrieben. Diese Missstimmung bremse die positive Entwicklung mehr, als dass sie fördere.
Ins Visier ihrer Kritik gerät zudem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Benner zeigt sich unzufrieden mit der Ministerin, die scheinbar von bisher festgelegten klimapolitischen Zielen abweichen möchte. Eine vollständige Umkehr der Strategie, so fürchtet Benner, könne zentrale Projekte wie den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur ernsthaft gefährden – ein Umstand, den sich Deutschland sowohl aus technischer als auch wirtschaftlicher Perspektive nicht leisten könne.

