Hurrikan "Melissa": Schwere Verwüstungen und humanitäre Krise in der Karibik
Der zerstörerische Hurrikan "Melissa" hat in der Karibik eine noch größere Spur der Verwüstung hinterlassen als ursprünglich angenommen. Allein in Jamaika wurden mittlerweile 28 Todesopfer bestätigt, wie aus den jüngsten Regierungsangaben hervorgeht. In der gesamten Region hat der Wirbelsturm mindestens 59 Menschen das Leben gekostet, wobei weitere Opfer befürchtet werden, die derzeit verifiziert werden.
Der Sturm der Kategorie 5 erreichte Jamaika mit einer atemberaubenden Windgeschwindigkeit von bis zu 295 Kilometern pro Stunde und war damit einer der heftigsten Hurrikane im Atlantik seit Beginn der Aufzeichnungen. Die zerstörerischen Winde verursachten beträchtlichen Schaden, indem sie Gebäude zum Einsturz brachten und die Stromversorgung unterbrachen. Massive Überschwemmungen und Erdrutsche verschärften die dramatische Situation zusätzlich.
Infolge des Sturms sitzen nach wie vor tausende Touristen auf Jamaika fest. Geplante kommerzielle Flüge ab dem größten Flughafen der Insel in Montego Bay mussten größtenteils abgesagt werden, einschließlich eines Condor-Flugs nach Frankfurt, auf den 150 Reisende angewiesen waren.
Das Ausmaß der Zerstörung trifft die landwirtschaftliche Produktion der Insel hart. Landwirtschaftsminister Flyod Green gab bekannt, dass große Teile der Ernte vernichtet wurden, was auch zu Engpässen beim Agrarexport führt. Insbesondere die Produktion von Süßkartoffeln, einem Hauptausfuhrprodukt des Landes, ist stark betroffen.
Zudem warnte Gesundheitsminister Christopher Tufton eindringlich vor Gesundheitsrisiken durch verdorbene Lebensmittel, da vielerorts die Stromversorgung zur Kühlung fehlt. Trotz Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms (WFP), die 5.000 Lebensmittelpakete zur Versorgung von etwa 15.000 Menschen bereitstellen sollen, bleiben viele Gebiete aufgrund blockierter Wege unzugänglich. Die ohnehin schon knappe Versorgungslage in den am schwersten getroffenen südwestlichen Regionen stellt die Bevölkerung vor immense Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf den Zugang zu Nahrungsmitteln und sauberem Wasser.

