Humanitäre Hilfe in Gaza: Norwegischer Flüchtlingsrat kritisiert Blockaden
Der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) kritisiert scharf die andauernden Schwierigkeiten bei der Einfuhr lebenswichtiger Güter in den Gazastreifen. Trotz einer bestehenden Waffenruhe stößt die humanitäre Versorgung auf erhebliche Hindernisse. Tausende palästinensische Familien, die durch die aktuellen Konflikte vertrieben wurden, stehen vor einem harten Winter ohne adäquaten Schutz, so die Organisation. Israel weist diese Vorwürfe entschieden zurück.
Angelita Caredda, die Regionaldirektorin des NRC, machte darauf aufmerksam, dass die Zeit drängt, um den betroffenen Familien im Gazastreifen Schutz vor den winterlichen Wetterbedingungen zu gewähren. Sie äußerte ihre Besorgnis darüber, dass lediglich ein Bruchteil der benötigten Hilfsgüter den Gazastreifen erreicht, wodurch das Leben vieler Menschen in Gefahr sei. 'Der Winter naht', so Caredda, 'und die Menschen in Gaza haben keine Zeit zu verlieren.'
Die israelische Behörde Cogat bestreitet diese Darstellung und betont, dass es keinerlei Beschränkungen für die Hilfslieferungen der Vereinten Nationen gebe. Israel halte sich an seine Verpflichtungen zur Einfuhr humanitärer Unterstützung im Rahmen des Gaza-Abkommens. Sie berichteten, dass täglich Hunderte von LKW mit essentiellen Versorgungsgütern den Gazastreifen erreichen und ermutigen UN-Organisationen, die Anzahl dieser Lieferungen zu erhöhen.
Trotz dieser Stellungnahme des israelischen Verteidigungsministeriums verweist der NRC auf die Ablehnung von 23 Anträgen durch israelische Behörden seit der Waffenruhe am 10. Oktober. Dabei handelt es sich um wichtige Hilfsgüter, die für Notunterkünfte gedacht sind, wie Zelte, Decken und Küchenutensilien. Insgesamt umfassen diese Güter fast 4.000 Paletten mit einem Gesamtgewicht von etwa 1.700 Tonnen. Die Ablehnung sei meist mit der fehlenden Befugnis der antragstellenden Organisationen begründet worden.
Unter der Koordination des sogenannten Shelter Clusters bemüht sich der NRC, die Versorgung der palästinensischen Gebiete mit Unterkunftsmaterialien zu organisieren. Derzeit sind nach Angaben der Organisation fast 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen auf dringende Notunterstützung angewiesen.

