Holcim vor Schweizer Gericht: Klimawandel und Verantwortung
Der schweizerische Baustoffgigant Holcim sieht sich aufgrund einer Klimaklage indonesischer Fischer vor dem Schweizer Kantonsgericht in einer zentralen Frage der Klimagewalt konfrontiert. Die Fischer von der Insel Pari, die zunehmend unter Überschwemmungen leidet, machen das Unternehmen für den steigenden Meeresspiegel mitverantwortlich und fordern Entschädigungen sowie finanzielle Unterstützung für Schutzmaßnahmen und eine weitere Reduzierung der CO2-Emissionen bei Holcim. Ihre Klage wird auch von der humanitären Organisation der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, Heks, unterstützt.
Das Gericht ist für nur einen einzigen Tag angesetzt und dient der Klärung, ob Betroffene des Klimawandels in der Schweiz rechtlich Gehör finden. Holcim stellt sich gegen die Klage mit dem Argument, dass die Regelung von CO2-Emissionen Aufgabe der Gesetzgeber sei und nicht vor zivilen Gerichten entschieden gehöre. Das Unternehmen hebt hervor, dass es seit 2015 bereits seine direkten CO2-Emissionen um über 50 Prozent reduziert hat und weiter an Emissionsminderungen arbeitet.
Insel Pari, lediglich 1,50 Meter über dem Meeresspiegel, liegt ungefähr 40 Kilometer nordwestlich von Jakarta und ist Heimat von rund 1.500 Menschen, die überwiegend vom Fischfang und Tourismus leben. Ihr Schicksal steht exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen viele vom Klimawandel betroffene Regionen konfrontiert sind.
Diese Klage ist nicht die erste ihrer Art. Ähnliche Rechtsstreitigkeiten, wie die Klage von Klimaschutzorganisationen gegen Shell in den Niederlanden, zeigen, dass der Weg zu rechtlicher Verantwortung internationales Interesse weckt. Allerdings wurde dort ein zunächst erfolgreiches Urteil von einem Berufungsgericht wieder aufgehoben.

