Hochradioaktive Heimkehr: Atomabfall aus Großbritannien trifft in Niedersachsen ein
Die Ankunft von sieben Castor-Behältern, beladen mit hochradioaktivem Atomabfall aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield, markiert einen weiteren Schritt im Umgang Deutschlands mit seinen nuklearen Hinterlassenschaften. Um sechs Uhr morgens legte das Spezialschiff im niedersächsischen Nordenham planmäßig an, wie ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service bestägtigt.
Von hier aus beginnt der aufwendige Prozess des Umladens auf einen Zug, um die Behälter sicher in das Zwischenlager Isar in Bayern zu transportieren. Die genauen Details der Transportroute und des Zeitplans bleiben aus Sicherheitsgründen unter Verschluss.
Am Hafen sorgt ein Kran dafür, dass jeder Castor-Behälter seinen eigenen Waggon erhält, begleitet von umfassenden Messungen durch Sachverständige. Diese stellen sicher, dass die strengen gesetzlichen Grenzwerte der Ortsdosisleistung eingehalten werden, was bereits auf britischem Boden in Sellafield überprüft wurde.
Parallel dazu manifestieren Atomgegner ihren Unmut mit Kundgebungen und Mahnwachen entlang der möglichen Transportwege. Die Bundesrepublik und ihre Kraftwerksbetreiber stehen in der Pflicht, den in der britischen Wiederaufarbeitung entstandenen Müll zurückzuführen.
Das Zwischenlager Isar, auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks im Landkreis Landshut, wird somit erneut Anlaufstelle für den heimgekehrten Atommüll. Während Block I bereits 2011 vom Netz gegangen ist, wurde Block II erst 2023 abgeschaltet; beide sind im Rückbau begriffen.
Weitere sieben Castor-Behälter sollen ebenfalls den Weg von Sellafield nach Deutschland antreten, um in Brokdorf zwischengelagert zu werden, nachdem bereits sechs Behälter 2020 nach Biblis verbracht wurden.

