Hochpreisige H-1B Visa: Neue Herausforderungen für die Consulting-Branche
Aufgrund der jüngsten Einführung einer hohen Antragsgebühr von 100.000 US-Dollar für H-1B-Visa durch Präsident Donald Trump stehen Beratungsunternehmen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Personalsuche wie die Tech-Industrie im Silicon Valley. Das H-1B-Programm erlaubt es Unternehmen, temporär ausländische Fachkräfte für spezialisierte Tätigkeiten einzustellen. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums entfallen knapp 50 % der H-1B-Anträge auf den Bereich "Professionelle, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen", wozu auch Beratungs- und Buchhaltungsleistungen großer Firmen wie Deloitte, EY, KPMG und PwC zählen.
James Ransome von Patrick Morgan, einem Unternehmen, das sich auf Führungskräftevermittlung und Branchenanalyse konzentriert, äußert Besorgnis darüber, wie die neue Anordnung den Erwerb von Fachkräften beeinflussen könnte. Für viele Beratungsunternehmen war das H-1B-Programm ein stabiler Zufluss an mittleren Beratern mit starken technischen und analytischen Fähigkeiten, die auf dem US-amerikanischen Markt nur schwer in ausreichender Zahl verfügbar sind. Die Befürchtung ist, dass diese Änderung in Zeiten einer ohnehin hohen Konkurrenz um Talente zusätzlichen Druck ausübt.
Laut dem H-1B-Arbeitgeber-Datenzentrum der US-Regierung sind Deloitte, EY und Accenture führend bei den Einstellungen von Mitarbeitern mit H-1B-Visum. In den letzten drei Jahren hat Deloitte 7.535 H-1B-Mitarbeiter eingestellt, was rund 1 % seiner zuletzt gemeldeten Gesamtmitarbeiterzahl in den USA entspricht. Bei Accenture und EY machen die in den letzten drei Jahren eingestellten H-1B-Inhaber fast 10 % ihrer US-Belegschaft aus.
Experten erwarten, dass große Beratungsunternehmen einige der höheren Kosten absorbieren, um personelle Kontinuität zu gewährleisten. Es wird jedoch auch ein "Dual-Ansatz" erwartet, bei dem die Personalanpassungsmodelle angepasst werden könnten. Kleinere Beratungsunternehmen werden ihre Fähigkeit verbessern müssen, inländische Talente anzuziehen.
Der Druck, das technologisch versierteste Team zu bilden, wird durch die neue H-1B-Anordnung nochmals verstärkt, insbesondere im Wettstreit um die Entwicklung von KI-Lösungen. Eine Verlagerung in Offshoring-Zentren könnte hier eine attraktive Alternative darstellen, da Beratungsdienstleistungen aufgrund ihrer Mobilität oft nicht ortsgebunden sind. PwC plant, die Einstellung von Absolventen um ein Drittel zu reduzieren, wobei die Integration in Offshore-Zentren eine wesentliche Rolle spielt. Diese Strategie wird voraussichtlich beschleunigt, um den Herausforderungen der neuen H-1B-Bestimmungen zu begegnen.

