Historisches Ringen um Genoa CFC: Ein rumänischer Investor gegen amerikanische Ansprüche
Der rumänische Investor Dan Sucu hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt: Er besitzt nun eine Mehrheit am traditionsreichen italienischen Fußballclub Genoa Cricket & Football Club. Nach Angaben auf der Vereinswebseite erwarb Sucu rund 77% der Anteile durch eine Kapitalerhöhung von 45 Millionen Euro. Sucu, auch Eigentümer des Rapid Bucharest und Gründer einer Möbelmarke, scheint mit seinem jüngsten Investment seine Präsenz im internationalen Fußball auszuweiten.
Doch der US-amerikanische Investor Advantage Capital Holdings erhebt Einspruch. Aus deren Sicht wurde der Club nie zum Verkauf freigegeben. "Eine Erklärung seitens Genoa CFC, angeblich den Club an eine externe Partei zu veräußern, ist falsch", so das Versicherungsunternehmen aus New York in einem Statement.
Genoa, gegründet 1893, ist Italiens ältester durchgehend spielender Fußballverein und tritt in der Serie A an. Das kommende Spiel gegen Napoli verspricht hochkarätigen Fußball. Ein Genoa-Sprecher versicherte, dass der Rekapitalisierungsprozess abgeschlossen sei und Sucu nunmehr Mehrheitsinhaber ist.
Juristische Beratung erhielten sowohl Genoa als auch Sucu während der Transaktion. Die Eigentümergeschichte des Clubs zeigt sich indes komplex. Im September 2021 übernahm 777 Partners LLC aus Miami den Verein. Als Hauptgläubiger von 777 behauptet A-Cap, die Kontrolle über Genoa infolge finanzieller Turbulenzen der jetzigen Eigentümergruppe übernommen zu haben.
Moelis & Co. wurde beauftragt, das Portfolio von 777 zu prüfen, das weitere internationale Clubs umfasst. A-Cap kritisiert die angebliche Transaktion als unautorisiert und mißbilligt die clubinternen Abläufe. Laut A-Cap fand der Verkauf weder in Abstimmung noch mit Einwilligung der Clubanteileigner statt. Man bedauere, dass die Clubführung Ressourcen auf eine inoffizielle Transaktion verwendet habe.
Trotz aller Unklarheiten steht für Sucu eines fest: die große Ehre, Teil von Genoa CFC zu sein. Der Entscheidung des Vorstands, Sukus Angebot zu akzeptieren, schlossen sich bestehende Anteilseigner an, die eine Minderheitsbeteiligung behalten. Ein Kommentar seitens der Serie A blieb indes aus.

