Bitcoin steigt über 71.000 $ – Analysten warnen vor nur vorübergehender Stabilität

Bitcoin hat die Marke von 71.000 $ überschritten, nachdem Berichte über einen bedingten Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus bekannt wurden.
Bitcoin erholt sich… vorerst
Nach dem Waffenstillstandsabkommen erlebten risikobehaftete Anlagen einen Aufschwung, Aktienmärkte stiegen und der Ölpreis sank auf unter 90 $. Experten warnen jedoch, dass dies eher eine vorübergehende Pause als eine dauerhafte Lösung darstellt. Der Waffenstillstand hängt laut Aussagen von Präsident Donald Trump davon ab, wie der Iran in den kommenden Wochen mit der Straße von Hormus umgeht.
Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien verdeutlichen, wie fragil die Deeskalation bleibt. Die aktuelle Erholung wird durch eine Neubewertung von Risiken unterstützt, nicht durch Überzeugung. Während die US-Beschäftigungszahlen sich erholt haben, bleiben die Arbeitsmarktdaten schwach, was die US-Notenbank zwischen Wachstumsbedenken und energiegetriebener Inflation jonglieren lässt. Der bevorstehende Inflationsbericht (CPI) könnte darüber entscheiden, ob der Anstieg von Bitcoin über 71.000 $ nachhaltig ist oder nur eine kurzfristige Erholung darstellt.
Optionsdaten zeigen eine komprimierte Volatilität am vorderen Ende, aber die Nachfrage nach Absicherungen bleibt hoch. Bemerkenswertes Interesse an Call-Optionen liegt zwischen 75.000 $ und 85.000 $, während die Unterstützung bei etwa 60.000 $ bis 65.000 $ liegt, was 74.000 $ zu einem entscheidenden Ausbruchsniveau macht.
Exchange-Nettofluss zeigt, warum Bitcoin defensiv bleibt
Trotz des Kursanstiegs zeigen On-Chain-Daten, dass die Reserven an den Börsen hoch bleiben, was auf eine vorsichtige Stimmung statt auf vollständige Akkumulation hindeutet. Laut einem Bericht von Novaque Research hält Binance derzeit etwa 637.600 BTC in Reserven, während Coinbase Advanced rund 866.600 BTC hält. Beide liegen deutlich unter ihren Niveaus von Anfang 2025.
Die Unterschiede zwischen den Börsen sind von Bedeutung. Coinbase ist stärker mit US-institutionellen Strömen verbunden, während Binance die globale krypto-native Liquidität besser widerspiegelt. Die Reserven von Coinbase sind nach einem langen Abwärtstrend stabil geblieben, was darauf hindeutet, dass größere Akteure nicht bereit sind, ihre Coins zurück auf die Börse zu bringen, um sie zu verkaufen. Die Bestände von Binance haben sich sichtbarer erholt, liegen aber immer noch unter früheren Höchstständen und unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
Diese Signale deuten darauf hin, dass die Positionierung vorsichtig ist, aber nicht kapitulativ: Inhaber sind vorsichtig, verhalten sich jedoch nicht so, als müssten sie Bitcoin zu jedem Preis verkaufen. Der Nettofluss an den Börsen unterstützt diese Sichtweise. Der Gesamt-Nettofluss ist leicht negativ bei etwa -289,6 BTC, und seit Februar gibt es eine konstante Neigung zu Abflüssen, nur gelegentlich unterbrochen von starken Einzahlungsanstiegen. In einem echten internen Marktbruch würden Sie typischerweise anhaltend positive Nettoflüsse sehen, da Investoren Coins auf Plattformen bringen, um in Schwäche zu verkaufen. Stattdessen zeigen die Daten, dass Bitcoin in vielen Sitzungen von den Börsen abgezogen wird.
Dies impliziert nicht automatisch ein bullisches Ergebnis, hebt jedoch hervor, dass Bitcoin weiterhin von einer Inhaberbasis unterstützt wird, die eher geneigt ist, das Angebot zu reduzieren, als es wieder in den Markt zurückzuführen.
Zusammenfassung
Die defensive Ausrichtung von Bitcoin spiegelt die institutionelle Zurückhaltung wider. Händler könnten auf klare makroökonomische oder Volatilitätssignale warten, bevor sie neues Kapital einsetzen. Die kurzfristige Rallye hängt von Schlagzeilen ab, nicht von Fundamentaldaten. Sollte der Waffenstillstand nicht halten und die Inflation nicht nachlassen, könnte Bitcoin Schwierigkeiten haben, die Marke von 74.000 $ überzeugend zu durchbrechen. Für Händler bedeutet dies enge Spannen und taktische Manöver, nicht volles Risikoengagement, zumindest bis zum nächsten makroökonomischen Signal.

