Historischer Triumph für Labor Party bei australischen Wahlen
Der triumphale Wahlsieg der sozialdemokratischen Labor Party, angeführt von Premier Anthony Albanese, markiert einen beispiellosen politischen Meilenstein in Australien. Erstmals seit 80 Jahren erhielt die Partei eine solch überwältigende Mehrheit im 150-köpfigen Unterhaus. Auch wenn noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind, übertrifft Labor die absolute Mehrheit von 76 Sitzen deutlich, wie der australische Sender ABC berichtete. Dagegen erlitt die konservative Koalition aus Liberalen und Nationalen eine verheerende Niederlage und erreicht kaum mehr als 40 Sitze. Andere Parteien und unabhängige Kandidaten gewannen bis Sonntagnachmittag rund ein Dutzend Mandate.
Der bisherige Liberal-Chef Peter Dutton musste zudem eine bittere persönliche Niederlage einstecken, indem er sein eigenes Mandat in Dickson, Queensland, verlor – eine Wahlheimat, die er seit zwei Jahrzehnten vertrat. Die Diskussionen über Duttons Nachfolge als Parteichef haben bereits begonnen. Australische Medien kommentierten scharf die Niederlage: Sein Verlust sei symbolisch für das katastrophale Abschneiden der Koalition. Duttons Ambition, Geschichte zu schreiben, endete, wie der Sender 9News bemerkte, als bloße Fußnote.
Anthony Albanese, der liebevoll "Albo" genannt wird, ist der erste Regierungschef seit mehr als zwei Jahrzehnten, der in eine zweite Amtszeit geht. Seinen Dank äußerte er unmissverständlich auf der Plattform X: „Thank you, Australia.“ In seiner Siegesrede hob er die Entscheidung des Landes für Optimismus hervor, während er am Sonntag in Sydney von seinen Anhängern gefeiert wurde.
Australische Medien ziehen Parallelen zu den jüngsten Wahlen in Kanada, wo die Konservativen ebenfalls aus Gründen, die den Voraussetzungen in Australien ähneln, unterlagen. Dutton war, ähnlich wie der kanadische Konservative Pierre Poilievre, eine Nähe zur Politik von US-Präsident Donald Trump vorgeworfen worden. Beide verloren ihre Parlamentssitze, und die Zeitung Sydney Morning Herald unterstrich die Parallelen zwischen den beiden Ländern: Trumps Einfluss stellte sich als Hindernis für konservative Politiker heraus.
Peter Dutton übernahm die Verantwortung für das enttäuschende Wahlergebnis und gestand die Schwächen der Kampagne ein. Der Fokus auf nationale Sicherheit habe möglicherweise von den dringenden wirtschaftlichen Fragen abgelenkt, insbesondere den hohen Lebenshaltungskosten und dem Mangel an erschwinglichem Wohnraum, kritisierten Medien wie ABC. Trotz Wahlpflicht, und vielleicht auch wegen der langen Tradition, konnten sich die australischen Wähler bei ihrer Stimmabgabe in entspannter Atmosphäre eine „Democracy Sausage“ gönnen, die mittlerweile zum Nationalsymbol ernannt wurde. Selbst in der Antarktis erfreute sich diese Tradition großer Beliebtheit.

