Hintergrund: Insolvenz muss nicht das Ende sein

08. Juni 2009, 22:25 Uhr · Quelle: dpa
Hamburg (dpa) - Dem Handelskonzern Arcandor (ehemals KarstadtQuelle) droht nach Aussagen des Vorstandes die Insolvenz. Was eine Insolvenz für ein existenzbedrohtes Unternehmen bedeutet und womit Kunden, Lieferanten, Gläubiger und Mitarbeiter konfrontiert werden, dokumentiert dpa im folgenden:

- Wie kommt es zu einer Insolvenz?

Wenn die Zahlungsunfähigkeit droht oder eingetreten ist oder das Unternehmen überschuldet ist. Wenn kein Geld mehr in der Kasse ist, wird umgangssprachlich auch davon gesprochen, dass ein Unternehmen pleite ist. Das Unternehmen oder ein Gläubiger stellen dann nach der Insolvenzordnung beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Umgangssprachlich sagt man auch: Sie melden Insolvenz an. Nach Worten von Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick muss Arcandor einen Insolvenzantrag stellen, wenn der Karstadt-Mutterkonzern keine Staatshilfen bekommt.

- Welche Ziele werden mit dem Insolvenzverfahren verfolgt?

Zweck des Verfahrens ist in erster Linie, die Gläubiger zu befriedigen, indem das noch bestehende Vermögen des Unternehmens verwertet und der Erlös verteilt wird. Werden alle Gläubiger entsprechend der errechneten Insolvenzquote ausgezahlt, wird das Verfahren beendet und die Firma gelöscht. In den meisten Fällen, bei vielen kleineren Unternehmen, ist aber nur noch so wenig Vermögen («Masse») vorhanden, dass gar kein Verfahren eröffnet werden kann. Dann wird das Unternehmen liquidiert, das heißt gelöscht.

- Warum muss Insolvenz nicht das Aus bedeuten?

Mit der Reform des Insolvenzrechts 1999 kam ein weiteres Ziel dazu, nach dem Vorbild des US-Insolvenzrechts, das mit seinem «Chapter eleven» Pate stand. Die bis dahin gängigen Begriffe Konkurs, Vergleich bzw. Gesamtvollstreckung (in den neuen Bundesländern) wurden durch den einheitlichen Begriff Insolvenz ersetzt. Wenn das Unternehmen grundsätzlich als lebensfähig erachtet wird, wird in einem Insolvenzplan dafür eine Regelung getroffen. Das bedeutet, die Insolvenz markiert nicht das Ende - sondern steht am Anfang eines Sanierungsprozesses, bei dem so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten bleiben sollen. Das Unternehmen produziert oder arbeitet weiter und es wird nach Investoren gesucht, die die Firma dauerhaft übernehmen wollen.

- Wie läuft das Insolvenzverfahren praktisch ab?

Weil oft Eile geboten ist, ernennt das Gericht sofort einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Er macht sich unverzüglich an die Arbeit, noch bevor das Insolvenzverfahren förmlich eröffnet wird. Er erhält besondere Vollmachten und ist quasi Chef im Haus. Er spricht mit potenziellen Investoren und versucht, mit Sparplänen die Kosten zu drücken. Der Geschäftsbetrieb läuft - soweit möglich - währenddessen weiter. Zugleich muss der Insolvenzverwalter versuchen, die Gläubiger von seinen Plänen zu überzeugen; dazu gibt es eigens einberufene Gläubigerversammlungen.

- Wer kommt als Insolvenzverwalter in Betracht?

Der Insolvenzverwalter ist in der Regel ein erfahrener Jurist und Betriebswirt. Es gibt nicht viele Fachleute, die mit dieser heiklen Aufgabe betraut werden: Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) hat nach eigenen Angaben auf seiner Internetseite lediglich 435 Mitglieder. Große Insolvenzen sind bisher nur von einem kleinen Kreis von Insolvenzverwaltern bearbeitet worden.

Handel / Arcandor
08.06.2009 · 22:25 Uhr
[0 Kommentare]
Der Louvre in Paris
Paris (dpa) - Die Pariser Justiz hat wegen des Verdachts eines großangelegten Betrugs mit Eintrittskarten in das berühmte Museum Louvre neun Menschen festgenommen und über 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Zu den Festgenommenen gehörten Touristenführer, zwei Beschäftigte des Louvre sowie eine Person, die verdächtigt wird, das Netzwerk organisiert zu […] (01)
vor 12 Minuten
Lewis Capaldi hat eine Phobie vor Meereslebewesen.
(BANG) - Lewis Capaldi hat eine Phobie vor Meereslebewesen. Der 29-Jährige versucht, seine ungewöhnliche und irrationale Angst vor dem Ozean – bekannt als Thalassophobie – und allem, was unter der Wasseroberfläche lebt, zu überwinden, indem er ins Meer geht. Laut der Zeitung 'Daily Star' sagte er: "Ich hasse jede Art von Meeresleben – ich glaube nicht, […] (00)
vor 3 Stunden
Vergessen Sie NVIDIA: Ohne diesen gigantischen Monopolisten bricht der KI-Boom sofort zusammen
Das technologische Monopol von ASML ist die Lebensversicherung der gesamten Chipindustrie ASML fungiert als der entscheidende, wenn auch oft unsichtbare Flaschenhals der globalen KI-Revolution. Ohne die hochspezialisierte Lithografietechnik des niederländischen Konzerns käme die Produktion modernster Halbleiter, wie der Blackwell-Generation von NVIDIA, […] (00)
vor 2 Stunden
Battlefield 6 bringt neue Inhalte für Season 2
Electronic Arts und Battlefield Studios veröffentlichen einen Ausblick auf das kommende Season-2-Update für Battlefield 6 und REDSEC. Den offiziellen Gameplay-Trailer gibt es hier zu sehen. Der Trailer zeigt die Rückkehr bekannter Elemente wie des AH-6-„Little Bird“-Hubschraubers sowie neue Inhalte, darunter die Karte „Kontaminiert“ und ein […] (00)
vor 42 Minuten
BR dreht «Tatort» auf der Sicherheitskonferenz
Mitten im Hochsicherheitsbereich der Münchner Sicherheitskonferenz kommt eine Dolmetscherin ums Leben – Hammermann und Buvak ermitteln unter internationaler Dauerbeobachtung. Während in München Staats- und Regierungsvertreter über globale Krisen beraten, beginnt für die Kommissare Kalli Hammermann und Nikola Buvak ein besonders heikler Einsatz. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz wird […] (00)
vor 2 Stunden
Olympische Winterspiele 2026
Antholz (dpa) - Der norwegische Biathlet Sturla Holm Laegreid hat vor dem nächsten Olympia-Rennen bei seinem Team für sein öffentliches Seitensprung-Geständnis um Entschuldigung gebeten. Wie der Gesamtweltcupsieger der Vorsaison der norwegischen Zeitung «Verdens Gang» sagte, habe er bei einem gemeinsamen Essen schon am Mittwochabend das Wort ergriffen. […] (01)
vor 10 Minuten
IREN baut KI-Position aus – schwaches Quartal, starke Analystenrückendeckung
Zahlen unter Druck – Übergang kostet Im Fiskal-Q2 2026 erzielte IREN einen Umsatz von 184,7 Millionen US-Dollar und blieb damit klar unter den Erwartungen von rund 229 Millionen Dollar. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 155,4 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch profitabel gearbeitet. Der Ergebnisrückgang ist vor […] (00)
vor 26 Minuten
So läuft das Anerkennungsverfahren wirklich
Leipzig, 12.02.2026 (PresseBox) - Der Anerkennungsprozess internationaler Pflegefachkräfte aus Drittstaaten erfordert in Einrichtungen eine klare Struktur, verlässliche Planung und gezielte Begleitung. Gleichzeitig ist er für Kliniken und Pflegeeinrichtungen ein zentraler Hebel, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Wer den Prozess versteht, […] (00)
vor 2 Stunden
 
Bundestagspräsidentin Klöckner besucht Israel
Gaza/Jerusalem (dpa) - Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat als erste deutsche […] (00)
FDP-Logo auf Parteitag (Archiv)
Stuttgart - Schrauben-Unternehmer Reinhold Würth, ehemals FDP-Mitglied, prophezeit […] (02)
Blick von Israel in den Gazastreifen (Archiv)
Gaza - Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat am Donnerstag den von Israel […] (00)
Wolfgang Ischinger am 09.02.2026
München - Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat […] (00)
Brendan Fraser und Rachel Weisz
(BANG) - Brendan Fraser und Rachel Weisz kehren offiziell für einen vierten Film der […] (00)
Es gibt Momente, in denen das Herz schneller schlägt, in denen die Sinne schärfer […] (00)
Die FRITZ!Box 7632 – Gigabittempo mit Wi-Fi 7 am DSL-Anschluss
Die neue FRITZ! Box 7632 sorgt für neue Maßstäbe in Sachen Highspeed und […] (00)
Cisco, der weltweit renommierte Netzwerk-Ausrüster, hat mit einem beeindruckend […] (00)
 
 
Suchbegriff