Hilfslieferungen für Gaza: Appell an den Landweg
Das Welternährungsprogramm (WFP) sieht die aktuellen Maßnahmen zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung im Gazastreifen als unzureichend an. Martin Frick, der für Deutschland, Österreich und Liechtenstein zuständige Vertreter des UN-Programms, bezeichnete die Luftabwürfe gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als ineffektiv und kostspielig. Die Risiken und der enorme finanzielle Aufwand machen diese Methode zu einer Belastung, die den tatsächlichen Bedarf kaum deckt.
In humanitären Krisengebieten, wo die Menschen in dichten Siedlungen leben, führen unkontrollierte Luftabwürfe zu einem erheblichen Verletzungsrisiko und treiben die Kosten in die Höhe – sie sind 34-mal teurer als konventionelle Transporte per Lkw. Trotz dieser Hindernisse will die Bundeswehr ihre Versorgungseinsätze über dem Gazastreifen fortführen, unterstützt von anderen Nationen, die ähnliche Methoden anwenden, um Hunger zu bekämpfen.
Frick beschreibt die humanitäre Lage in Gaza als eine sich verschärfende Katastrophe. Eine erschütternde Hungersnot breitet sich rasend aus, mit einer halben Million Menschen kurz vor dem Verhungern. Kinder sterben an den Folgen von Mangelernährung. Die Blockade von Transportwegen hat zu einer Erschöpfung der WFP-Lagerbestände geführt, und Konvois mit dringend benötigten Gütern stecken an Checkpoints fest oder riskieren, in aktive Kampfzonen zu geraten.
Frick betont, dass die Versorgung der Bevölkerung über den Landweg möglich und notwendig ist. Während einer vorübergehenden Waffenruhe konnte das WFP täglich bis zu 700 Lkw mit Hilfsgütern in den Gazastreifen schicken, die gezielt über 400 Verteilpunkte an Bedürf tige verteilt wurden. Diese Strategie gewährleistet, dass Hilfe die Menschen erreicht, die sie am dringendsten brauchen, und kann so Leben retten.
Der Appell des WFP ist klar: Geöffnete Grenzübergänge, schnellere Genehmigungen und sichere Korridore sind unverzichtbar. Mindestens 100 Lkw täglich sollten koordiniert die Versorgung vorantreiben, damit Suppenküchen wieder geöffnet und eine drohende Hungersnot dauerhaft verhindert werden kann.

