Herausforderungen für den Mittelstand: Ein besorgniserregender Trend

Der deutsche Mittelstand, oft als das Rückgrat der nationalen Wirtschaft bezeichnet, sieht sich zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert, wie eine aktuelle Untersuchung des Nürnberger Daten-Dienstleisters Datev zeigt. Es zeichnet sich eine bedrückende Entwicklung ab: Die Zahl der Insolvenzen steigt – insbesondere bei sehr kleinen Betrieben sowie bei mittelständischen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern.
Während kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in ihrer Vielzahl von über drei Millionen mehr als 99 Prozent der Unternehmen in Deutschland ausmachen, ist ihr Einfluss auf die Wirtschaftskraft rückläufig. Laut Datev ging ihr Anteil am Umsatz und an der Beschäftigung von 2018 bis 2023 um jeweils vier Prozentpunkte auf 26,2 Prozent und 53,3 Prozent zurück. Ihre Bedeutung für die Bruttowertschöpfung reduzierte sich um zwei Prozentpunkte auf 40,9 Prozent.
Besonders stark verzeichneten die Bereiche Baugewerbe, Gastgewerbe und verarbeitendes Gewerbe im vergangenen Jahr eine Zunahme von Insolvenzen. Interessanterweise zeigen Daten von Datev auch, dass sich die Situation im klassischen Segment der KMU – Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern, die 2024 noch Wachstumsraten vorweisen konnten – im Jahr 2025 leicht stabilisiert hat.
Datev stützte seine Analyse auf ein breites Spektrum an Daten, darunter Informationen aus Lohnabrechnungen und Unfallversicherungsmeldungen, die über verbundene Steuerkanzleien verfügbar waren. Zudem floss Material des Statistischen Bundesamtes mit in die Auswertung ein.

