Herausforderungen für die US-Börsen: Fed-Entscheidung und Übernahmekämpfe
Die amerikanischen Aktienmärkte hatten einen schwierigen Start in die Woche, da sie vor der anstehenden Zinsentscheidung der Federal Reserve einige Punkte einbüßten. Der Dow Jones Industrial Index fiel um 0,7 Prozent auf 47.645 Punkte, während der breit gefasste S&P 500 ein Minus von 0,6 Prozent auf 6.832 Zähler verbuchte. Auch der Nasdaq 100 verlor an Boden und sank um 0,5 Prozent auf 25.554 Punkte.
Gunter Deuber von der Raiffeisen Bank International hob hervor, dass innerhalb der Fed Uneinigkeit darüber herrsche, ob der Fokus auf die Inflation oder den Arbeitsmarkt gelegt werden solle. Die Notenbank steht vor dem Dilemma zwischen ihrem Mandat für Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Da die Inflation trotz der Handelsmaßnahmen der Trump-Regierung moderat geblieben ist, erscheint eine Zinssenkung als wahrscheinliches Szenario, so Deuber. Marktanalyst Luis Ruiz von CMC Markets spricht vom 'Weg des geringsten Widerstands'.
Die Fed hat aufgrund des vorherigen Regierungsstillstands nur unzureichende und verzögerte Konjunkturdaten verfügbar, was die Entscheidungsfindung erschwert. Helaba-Experte Patrick Franke äußerte Zweifel darüber, ob das Fehlen dieser Informationen die Fed zu einer Lockerung der Geldpolitik bewegen könnte. Er warnte davor, die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung noch vor Weihnachten zu überschätzen, betonte jedoch, dass das genaue Timing einer Zinssenkung weniger bedeutend sei.
Auf der Unternehmensseite bemüht sich Paramount in einem milliardenschweren Machtkampf, den Rivalen Warner Bros. Discovery nicht kampflos Netflix zu überlassen. Netflix hatte derweil angekündigt, das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner für 83 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen – Fernsehsender wie CNN ausgenommen. Der Abwehrversuch von Paramount hat die Aktienkurse der beiden Unternehmen steigen lassen, während Netflix leichte Verluste hinnehmen musste.
Tesla sah sich einem Rückgang der Aktien um 4,2 Prozent gegenüber, nachdem Morgan Stanley die Bewertung des E-Auto-Herstellers herabgestuft hatte. Analyst Andrew Percoco sieht konjunkturelle Herausforderungen für den Elektrofahrzeugmarkt, während traditionelle Verbrennerfahrzeuge und Hybride stabiler dastehen könnten.
Deutliche Gewinne verzeichnete Confluent mit einem Anstieg von über 29 Prozent. IBM plant, das Unternehmen für eine Milliardensumme zu erwerben und eine Plattform für generative KI aufzubauen. IBM-Aktien gewannen leicht an Wert. Dagegen musste Marvell Technology als Verlierer des Tages im Nasdaq 100 einen Kurssturz von 7,3 Prozent hinnehmen, da die Aktie nicht in den S&P-500-Index aufgenommen wurde und zudem von Analysten herabgestuft wurde.

