Herausforderung am Himmel: Blue Origins "New Glenn" mit holprigem Start
Der jüngste Testflug der hochmodernen Schwerlastrakete "New Glenn" des Raumfahrtunternehmens Blue Origin verlief nicht planmäßig. Zwar schaffte es der Koloss planmäßig in die Erdumlaufbahn, doch die erhoffte Landung auf einer Plattform im Atlantik blieb aus.
Unternehmensleiter Dave Limp zeigte sich dennoch zuversichtlich und kündigte auf der Plattform X an: "Wir versuchen die Landung im Frühling wieder." "New Glenn" ist als zweistufige Rakete konzipiert, bei der die Stufen nacheinander gezündet werden. Die untere Stufe, auch als Booster bekannt, sollte künftig aufrecht landen und wiederverwendet werden können.
Diese technische Meisterleistung blieb allerdings bei dem nächtlichen Test unerfüllt, da der Booster während des Abstiegs verloren ging. Geschäftsführer Limp räumte ein, dass die Landung beim ersten Test ein „sehr ehrgeiziges Ziel“ gewesen sei. Trotz des Fehlschlags zeigte sich Blue Origin optimistisch, da die obere Stufe der Rakete wie vorgesehen funktionierte und die Nutzlast, ein Prototyp des Raumfahrzeugs "Blue Ring", erfolgreich in den Ziel-Orbit übernommen wurde.
"Blue Ring" soll in Zukunft Satelliten ins All befördern. Tests dieser Größenordnung sind bekanntlich komplex. Schon der Konkurrent SpaceX hatte mit dem "Starship" bei seinen ersten Flügen vor Herausforderungen gestanden, die alles andere als reibungslos verliefen. Nach über einem Jahrzehnt Entwicklungsarbeit war der Raketenstart von Blue Origin mit hohen Erwartungen verbunden und wurde mehrmals verschoben.
Anfang der Woche musste der Start sogar kurzfristig abgebrochen werden, weil sich Eis an einem Triebwerk gebildet hatte.

