Hensoldt im Aufwind dank gestiegener Verteidigungsinvestitionen
Der in Taufkirchen ansässige Radar-Spezialist Hensoldt verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres ein beachtliches Wachstum, angetrieben durch steigende Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa. Konzernchef Oliver Dörre bestätigte die Jahresprognose und Mittelfristziele, was der Aktie neuen Auftrieb gab. Der Kurs stieg im frühen Handel um 3,5 Prozent auf über 90 Euro, bleibt jedoch unter dem Rekordhoch von 117,70 Euro aus dem Oktober. Insgesamt erzielte die Aktie seit Jahresbeginn ein beeindruckendes Plus von 160 Prozent.
Trotz einer jüngsten Kurskorrektur sieht JPMorgan-Analyst David Perry Potenzial für einen günstigen Einstieg. Er weist allerdings darauf hin, dass Anpassungen bei den Analystenschätzungen anlässlich des Kapitalmarkttags am 11. November die Aktie kurzzeitig unter Druck setzen könnten. Der Auftragseingang bei Hensoldt stieg um 8,7 Prozent auf über zwei Milliarden Euro, während der Auftragsbestand mit 7,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreichte.
Der Umsatz von Hensoldt kletterte um 11,6 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro, und das bereinigte Ebitda stieg um 12,8 Prozent auf 211 Millionen Euro. Trotz eines Verlusts von 30 Millionen Euro verbesserte sich der freie Barmittelzufluss erheblich, dank höherer Vorauszahlungen der Kunden. Analysten wie Christian Cohrs von Warburg Research und Chloe Lemarie von Jefferies loben die Fortschritte beim Gewinn und den positiven Barmittelzufluss des Unternehmens.
Hensoldt rechnet für das Gesamtjahr mit einem höheren Auftragseingang als ursprünglich geplant und erwartet bis 2025 eine leicht verbesserte Ergebnismarge. Der Umsatz könnte mit 2,5 Milliarden Euro am unteren Ende der Prognose liegen, soll jedoch bis 2030 auf sechs Milliarden Euro ansteigen. Mit rund 9.000 Mitarbeitern ist Hensoldt in Bereichen wie Radartechnik für den Eurofighter und Luftverteidigungssysteme tätig und beteiligt sich an Projekten für das zukünftige europäische Luftkampfsystem FCAS. Beim Flugabwehrpanzer Skyranger 30 von Rheinmetall liefert Hensoldt das Radarsystem.

