Heidelberg setzt neue Maßstäbe: Mindesttarife für Uber und Co. eingeführt
In einer bemerkenswerten Entscheidung hat Heidelberg als erste und bisher einzige Großstadt in Deutschland Mindesttarife für Mietwagenanbieter wie Uber festgelegt. Ab sofort dürfen die Mietwagenpreise maximal 7,5 Prozent unter den festgelegten Tarifen für Taxis liegen. Zuvor waren Fahrten mit Uber etwa 35 Prozent günstiger, was nun der Geschichte angehört. Diese Maßnahme soll Dumpingpreisen im Mietwagenverkehr einen Riegel vorschieben, wie seitens der Stadt verlautet wurde.
Die Reaktion seitens Uber bleibt nicht aus: Der Tag der Verkündung wurde prompt als „schwarzer Tag“ für Verbraucher kommentiert. Vor allem Menschen mit niedrigerem Einkommen könnten sich die neuen Preise nicht mehr leisten. Ein prägnantes Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen: Während eine Fahrt vom Heidelberger Hauptbahnhof zum berühmten Schloss bisher 9 Euro mit Uber kostete, veranschlagt die Taxizentrale bis zu 25 Euro für dieselbe Strecke.
In Heidelberg zählt man 162 zugelassene Taxiunternehmer, wohingegen 95 Uber-Fahrzeuge in der Stadt operieren. Die Kommune betrachtet das Taxigewerbe als ein besonders schützenswertes Element der Daseinsvorsorge, weshalb die Tarife auch traditionell von der Stadt festgelegt werden.
Der Bundesverband Taxi sieht in dieser Entscheidung einen Präzedenzfall und fordert andere deutsche Großstädte zum Nachziehen auf. Geschäftsführer Michael Oppermann betont die Notwendigkeit eines fairen Wettbewerbs durch Mindestpreise. Im Gegensatz dazu unterstützt der Bundesverband „Wir fahren“ rechtliche Schritte der Mietwagenunternehmen gegen die neue Regelung.
Blickt man auf den deutschlandweiten Kontext, hatte Leipzig zeitweilig ähnliche Mindesttarife eingeführt, diese jedoch nach einem Rechtsstreit aufgehoben. Auch München entschied sich kürzlich gegen die Einführung von Mindestpreisen für Mietwagenfahrten, während im Landkreis Lörrach eine ähnliche Regelung bereits im Vorjahr getroffen wurde.

