Heidelberg Materials: Ein Bergab im Februar trotz solider Zahlen

Das erste Quartal des Jahres erweist sich für die Anteilseigner von Heidelberg Materials als beschwerlich. Der schwache Verlauf der Aktie setzte sich auch am Mittwoch ungebremst fort. Seit ihrem Höchststand Ende Januar musste das Papier nahezu ein Fünftel seines Werts einbüßen, und auch die neuesten Geschäftszahlen konnten diesen Trend nicht umkehren. Am Mittwoch fiel der Kurs teilweise um über vier Prozent, bevor er sich bei 192,10 Euro stabilisieren konnte, um letztlich mit einem Verlust von 2,6 Prozent bei 195,55 Euro auszuklingen. Ein vorübergehender Aufschwung in der Monatsmitte verpuffte mit dem dritten Verlusttag in Folge. Der Ausblick auf die 200-Tage-Linie, der kurzzeitig Hoffnung geweckt hatte, erwies sich als trügerisch.
Trotz respektabler Geschäftszahlen blieb der von Diskussionen um europäische Klimaschutzmaßnahmen belastete Anlegerausblick verhalten. Thorsten Reigber von der DZ Bank merkt an, dass die Zahlen den Erwartungen entsprachen und die Ebit-Prognose für das Jahr 2026 Vertrauen in das Wachstumspotenzial verleiht – auch wenn bereits die oberen Erwartungen des Konsenses bedient werden konnten. Barclays-Analyst Tom Zhang sieht den Mittelwert der genannten Ebit-Spanne jedoch unter dem Analystendurchschnitt. Diese Eindrücke teilt auch Julian Radlinger von der UBS, dem zufolge der starke Währungsgegenwind, der für 2026 prognostiziert wird, ein wiederkehrendes Kernthema sei. Die Analysten haben ihre Erwartungen aufgrund europapolitischer Entwicklungen zuletzt ohnehin vorsichtiger formuliert.
Der Rückgang ab Jahresanfang ist unter anderem Auswirkungen politischer Entscheidungen zuzurechnen: Die Ambitionen der EU, stark energieverbrauchenden Branchen mit einer gelockerten Regelung zum Emissionshandel Entlastung zu verschaffen, setzen die Marktpreise unter Druck. Heidelberg Materials wird gleichzeitig durch seine ambitionierten Investitionen in emissionsarme Technologien besonders herausgefordert. Anleger hatten zunächst ihren Vorteil in der Führungsrolle des Unternehmens gesehen, sollten sich die Rahmenbedingungen ändern, doch diese Hoffnungen traten bislang nicht ein.
Analysten äußerten sich auch zur Thematik Emission in ihren ersten Einschätzungen. Glynis Johnson von Jefferies meinte, dass die Zementpreiserwartungen im Ausblick zwar nicht konkretisiert wurden, dies jedoch nicht überraschend sei. Sie sieht positiv, dass Dekarbonisierungsbemühungen hervorgehoben werden. Anthony Codling von RBC stützt den fortgeführten emissionsbasierten Ansatz von Heidelberg Materials und hält diesen für zukunftsweisend.

