Haushalt 2025: Ein Staatsbudget mit befristeten Perspektiven
Die neue schwarz-rote Koalition konnte das vollenden, woran zuvor die Ampel gescheitert war: Der Bundeshaushalt für das Jahr 2025 steht. Dabei setzt die Regierung erstmals auf erweiterte Verschuldungsmöglichkeiten, um das finanzielle Fundament zu stärken. Geplant ist ein Etat von rund 502,5 Milliarden Euro, mit einer Nettokreditaufnahme von fast 82 Milliarden Euro im Kernhaushalt. Zusätzlich kommen umfangreiche Kredite aus Sondertöpfen für Bundeswehr und Infrastruktur hinzu, sodass die Neuverschuldung eine Summe von mehr als 140 Milliarden Euro erreichen dürfte.
Besondere Beachtung erhält der Haushalt, da er aufgrund der vorgezogenen Neuwahl und dem Bruch der Ampelkoalition nur für wenige Monate gilt. Die Ministerien hatten mit einer vorläufigen Haushaltsführung agieren müssen. Nun bringt der beschlossene Etat zumindest bis Jahresende Planungssicherheit. Die Beratungen für den Haushalt 2026 stehen bereits in den Startlöchern und sollen noch vor Weihnachten abgeschlossen sein.
Ein erheblicher Anteil der Ausgaben, über ein Drittel des Bundeshaushalts, fließt in den Bereich Arbeit und Soziales. Mit mehr als 190 Milliarden Euro ist es auch der größte Ausgabenposten. Ein bedeutender Teil davon, rund 122,5 Milliarden Euro, ist für die Rentenversicherung vorgesehen. Für die Grundsicherung Arbeitsuchender sind knapp 52 Milliarden Euro eingeplant. Im Verteidigungsetat gibt es eine deutliche Erhöhung auf über 86 Milliarden Euro, um neue Rüstungsgüter zu beschaffen. Auch wenn der Etat des Verkehrsministeriums auf 38,3 Milliarden Euro sinkt, bleibt er der größte Investitionshaushalt, mit erheblichen Beträgen für Infrastrukturprojekte und einem gestärkten Eigenkapital der Deutschen Bahn.
Finanzminister Lars Klingbeil verteidigt den Haushalt gegen die Kritik, insbesondere von Grünen und Linken, indem er das Ziel betont, wirtschaftliches Wachstum nach Deutschland zurückzubringen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Opposition wirft der Regierung hingegen mangelnde Transparenz und unzureichende Zukunftsinvestitionen vor.
Trotz der Kurzlebigkeit des Haushalts richten sich die Blicke bereits auf zukünftige Herausforderungen. Eine Finanzierungslücke von mehr als 30 Milliarden Euro wird für das Jahr 2027 prognostiziert. Bundeskanzler Friedrich Merz bereitet die Bürger schon jetzt auf Sparmaßnahmen vor, während die Diskussion um Steuererhöhungen und Reformen der Sozialabgaben bereits Fahrt aufnimmt.

