Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Evakuierung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen
Ankunft der 'Hondius' in Granadilla
Das Kreuzfahrtschiff 'Hondius', das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffen ist, hat am frühen Morgen den Hafen von Granadilla auf Teneriffa erreicht. Live-Übertragungen des staatlichen Fernsehsenders RTVE dokumentierten die Ankunft des Schiffes, das nun als sicherer Hafen für die Evakuierung der Passagiere dient. Unter den Reisenden befinden sich auch mehrere Deutsche, die unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu einem nahegelegenen Flughafen transportiert werden sollen, um umgehend in ihre Heimatländer geflogen zu werden.
WHO-Chef beruhigt die Bevölkerung
Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García, Innenminister Fernando Grande-Marlaska sowie der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sind persönlich auf die Insel gereist, um die Evakuierungsmaßnahmen zu überwachen. Ghebreyesus stellte klar, dass das Hantavirus nicht mit dem Coronavirus vergleichbar sei und betonte in einer Botschaft an die Bevölkerung von Teneriffa: "Das ist nicht ein neues Covid." Er versicherte, dass das Risiko für die Inselbewohner gering sei, da auf dem Schiff keine neuen Verdachtsfälle festgestellt wurden.
Sicherheitsmaßnahmen während der Evakuierung
Ursprünglich war geplant, dass das Schiff aus Sicherheitsgründen vor Anker geht, doch die spanische Handelsmarine erteilte schließlich die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen. Die Passagiere werden zunächst durch medizinisches Personal auf akute Krankheitssymptome untersucht. Liegen keine Symptome vor, erfolgt die Ausschiffung in Gruppen von maximal fünf Personen unter der Voraussetzung, dass sie FFP2-Masken tragen und nur leichtes Handgepäck mitnehmen.
Transport zum Flughafen und Rückflüge
Nach der Ausschiffung werden die Passagiere mit Bussen zum nahegelegenen Flughafen gebracht, wo sie ohne weitere Abfertigung in bereitgestellte Flugzeuge steigen können, um in ihre Heimatländer zurückzukehren. Die WHO plant, dass alle Flüge am Sonntag und Montag stattfinden, da eine bevorstehende Schlechtwetterfront die Situation komplizieren könnte. Nach der Ankunft in ihren jeweiligen Ländern müssen die Evakuierten wahrscheinlich in Quarantäne, um eine mögliche Infektionskette zu überwachen.
Internationale Besorgnis über den Virusausbruch
Der Ausbruch der südamerikanischen Andes-Variante des Hantavirus hat international Besorgnis ausgelöst, insbesondere aufgrund der Erinnerungen an die Corona-Pandemie. Auf den Kanaren äußern viele Menschen Ängste hinsichtlich einer möglichen Infektion mit dem potenziell tödlichen Virus. Dennoch betont die EU-Gesundheitsbehörde ECDC, dass das Risiko für eine großflächige Ausbreitung in der Bevölkerung als sehr gering eingestuft wird. Selbst im Fall einer Übertragung durch die evakuierten Passagiere sei eine schnelle Weiterverbreitung des Virus unwahrscheinlich.
WHO-Daten zu den Infektionsfällen
Laut WHO gibt es derzeit sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle an Bord der 'Hondius', wobei drei der betroffenen Personen verstorben sind. Die Toten sind ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine Frau aus Deutschland. Da während der Zwischenstopps des Schiffes mehr als 30 Passagiere und Besatzungsmitglieder das Schiff verlassen haben, wird nun weltweit nach weiteren potenziellen Verdachtsfällen gesucht.
Entscheidung für Gran Canaria
Die WHO hatte Spanien gebeten, die Passagiere auf den Kanaren an Land zu lassen, da die Inselgruppe über eine erstklassige Gesundheitsversorgung verfügt. Kap Verde, wo die 'Hondius' zuvor angelegt hatte, wies die Passagiere aufgrund unzureichender Versorgungsmöglichkeiten ab. Der Kreuzfahrtschiff-Betreiber Oceanwide gab an, dass die Reise am 1. April in Ushuaia, Argentinien, begann. Ein niederländischer Passagier starb zehn Tage später, und die Deutsche verstarb am 3. Mai.
Insgesamt zeigt dieser Vorfall, wie wichtig präventive Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung sind, um potenzielle Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung zu minimieren und die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten.

