Handelszölle als Schreckgespenst: Autobauer in den USA im Zugzwang
Die drohende Einführung höherer Importzölle auf europäische Fahrzeuge zwingt die deutschen Autobauer zu einem Sprint auf dem US-Markt. Marktführer wie Volkswagen und BMW konnten im ersten Quartal 2023 ihre Verkaufszahlen deutlich steigern, während die VW-Tochter Audi leicht an Boden verlor. Die geplante Zollanpassung durch den damaligen US-Präsidenten Donald Trump könnte zu einer Belastungsprobe werden.
Volkswagen verzeichnete einen Verkaufszuwachs von 7,1 Prozent und setzte insgesamt 87.915 Fahrzeuge ab. Modelle wie der SUV Taos und die Limousine Jetta trugen maßgeblich zu diesem Erfolg bei. Auch der Elektro-Bulli ID.Buzz startete mit 1.900 verkauften Exemplaren beeindruckend in den Markt.
Die Ergebnisse von BMW waren ebenfalls erfreulich: Die Marke erzielte einen Absatz von 87.615 Fahrzeugen, ein Plus von 3,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Besonders die batterieelektrischen Fahrzeuge erwiesen sich mit einem Anstieg von 26,4 Prozent als Wachstumstreiber. Auch die Marke Mini konnte mit 9,5 Prozent mehr Verkäufen wachsen.
Audi hingegen kämpfte mit Herausforderungen und verkaufte 42.710 Fahrzeuge, was einem Rückgang von etwa drei Prozent entspricht. Interessanterweise erlebte der März mit einem Zuwachs von acht Prozent jedoch ein kleines Verkaufshoch. Die noch ausstehenden Verkaufszahlen von Mercedes-Benz und Porsche könnten weitere Einsichten liefern.
Die Ankündigung von Donald Trump, die Zölle um 25 Prozent zu erhöhen, hat möglicherweise Vorziehkäufe ausgelöst, um den erwarteten Mehrkosten zuvorzukommen. Erhöhte Importkosten drohen, den ohnehin straffen wirtschaftlichen Druck auf die Autobauer zu verstärken.
Besonders BMW spürt schon heute die Auswirkungen der verschärften Handelsregeln mit Mexiko, die in das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA eingeflossen sind. Weitere Belastungen durch Importzölle aus der EU und China sind im Vorfeld einkalkuliert.
Chinas Rolle als größter Einzelmarkt bleibt unangefochten, aber die komplexen Handelsverflechtungen mit den USA machen diesen Markt ebenso kritisch. Ein potenzieller Verkaufsrückgang in den USA könnte die europäischen Produktionsstätten hart treffen, da dort tiefgreifende wirtschaftliche Verknüpfungen bestehen.

