Handelsstreit schlägt Wellen: Wiener Börse unter Druck
Der Handelskonflikt zwischen den USA und dem Rest der Welt hat die europäischen Aktienmärkte erneut auf Talfahrt geschickt. Auch die Wiener Börse blieb nicht verschont und verzeichnete erhebliche Verluste. Der ATX, der österreichische Leitindex, fiel um deutliche 2,80 Prozent auf 3.602,14 Punkte. Damit büßte er innerhalb einer Woche mehr als 12 Prozent ein.
Im Mittelpunkt des Börsengeschehens steht weiterhin der eskalierende Handelsstreit, entfacht durch die jüngsten US-Zölle. Sowohl die Europäische Union als auch China reagierten prompt mit eigenen Handelsschranken. Insbesondere die EU plant Gegenzölle auf Waren wie Sojabohnen und Metallprodukte, während China die Abgaben auf US-Güter auf 84 Prozent erhöhen will. Ein Analyst von IG Markets kommentiert diese Entwicklung als besorgniserregend und sieht die Gefahr einer drohenden Weltrezession.
Die OMV-Aktien, ein Schwergewicht der Wiener Börse, verloren 3,8 Prozent an Wert. Parallel dazu fielen die Rohölpreise auf den niedrigsten Stand seit 2021, was zusätzlichen Druck auf den Energiesektor ausübte. Der niederösterreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann musste gar einen Rückgang von 4,9 Prozent hinnehmen.
Der Technologiesektor zeigte sich ebenfalls deutlich schwächer: Die Aktien von AT&S verloren 5,4 Prozent. Auch die Bankenbranche blieb nicht verschont, angeführt von der Raiffeisen Bank International mit einem Kursverlust von 4,1 Prozent. Die Bawag-Aktien fielen um 3,6 Prozent und die Erste Group verlor 2,4 Prozent.
Auch im Immobilienbereich gab es Abwärtstrends. CA Immo fiel um 5,6 Prozent, während die Aktien des Cateringunternehmens DO&CO um 7,1 Prozent einbrachen. Rosenbauer, bekannt für Feuerwehrausrüstungen, sah einen Rückgang von 6,1 Prozent.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Gummi- und Kautschukkonzern Semperit, der eine reduzierte Gewinnprognose für das Jahr 2025 abgab. Aufgrund der Kaufrückhaltung und neuen Handelshürden, erwartet das Unternehmen nun ein Ebitda von 65 bis 85 Millionen Euro, nachdem zuvor 70 bis 90 Millionen Euro prognostiziert wurden.

