Handelsstreit geht in nächste Runde: Trump setzt auf harte Linie
Der globale Handelskonflikt, entfacht durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, bleibt weiter angespannt. Kurz vor der Einführung eines umfassenden Zollpakets, das nahezu jeden Handelspartner der USA betreffen wird, hat das Weiße Haus jegliches Aussetzen der neuen Abgaben ausgeschlossen.
Trotz Trumps fester Überzeugung, dass China letztlich ein Abkommen mit den USA anstreben wird, zeigen sich in Peking keinerlei Anzeichen für ein Nachgeben. Die EU-Kommission berät inzwischen über potenzielle Reaktionen auf die anstehenden US-Zölle. Laut Karoline Leavitt, der Sprecherin des Weißen Hauses, plant Trump keine Verzögerung der neuen Zölle, die punktgenau um 0:01 Uhr Ortszeit in Kraft treten sollen.
Im Zuge dessen werden die Sonderzölle gegen China auf insgesamt 104 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig verkündete Trump, dass er empfindlichere Zölle von weiteren 50 Prozent in Erwägung zieht, sollte China seine eigenen Vergeltungsmaßnahmen durchsetzen. Das chinesische Handelsministerium versprach, die Interessen Chinas vehement zu verteidigen. Sollte es zu weiteren Eskalationen seitens der USA kommen, bleibt Peking entschlossen, bis zuletzt zu kämpfen.
Unterdessen bemüht sich die amerikanische Regierung, sogenannte Handelsungleichgewichte zu korrigieren, indem sie vermehrt auf Produktion im Inland setzt. Am kommenden Mittwoch sollen die neuen Sonderzölle der USA flächendeckend eingeführt werden. Der EU stehen dabei zunächst 20 Prozent bevor, andere Länder könnten noch härter getroffen werden.
Trotz einer leichten Erholung an den Börsen bleibt die Unsicherheit an den Finanzmärkten bestehen. Brüssel hat mittlerweile beschlossen, keine Gegenmaßnahmen in Form von Zöllen auf amerikanischen Whiskey zu ergreifen. Eine von der EU-Kommission erstellte Liste der Gegenmaßnahmen verzichtet überraschend auf den bisher geplanten Zoll auf Bourbon-Whiskey, was dem Einflussdruck aus Ländern wie Frankreich und Italien zuzuschreiben ist.
Obwohl weiterhin der Dialog im Vordergrund steht, hofft die EU auf Entspannung bei den Zöllen, sollten sie mehr amerikanische Energie abnehmen. Donald Trump zeigte sich bei einem Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erneut kämpferisch: "Wir haben ein Handelsdefizit mit der EU und das wird schnell verschwinden." Seine Forderung: Europa müsse mehr amerikanische Energie einkaufen, um die Bilanz auszugleichen.
Claudia Kemfert, eine Expertenstimme aus der Energiewirtschaft, hält diese Vorschläge für wenig vorteilhaft und verweist auf die umweltschädlichen Aspekte von Frackinggas. Ihr Appell: Statt teurer Deals solle Europa den Gaseinsatz endlich verringern.

