Handelskrise zwischen den USA und China verschärft sich weiter
Im immer intensiver werdenden Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China haben sich die Spannungen nochmals deutlich verschärft. Nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, zusätzliche Zölle auf chinesische Importe zu erheben, reagierte Peking mit scharfer Kritik und drohte mit Gegenmaßnahmen.
Trumps Forderung nach Zollerhöhungen von bis zu 100 Prozent führte zu Vorwürfen Chinas hinsichtlich einer "Doppelmoral" der USA. Peking betonte, im Falle einer Fortsetzung dessen notfalls entschlossen handeln zu wollen, um seine Rechte zu verteidigen. Washingtons Maßnahmen belasten laut China die internationalen Lieferketten erheblich.
Die USA seien aufgefordert, von ihrer Handelspolitik abzurücken und durch Dialog zu einer Lösung zu gelangen. Trump kündigte jüngst weitere Zölle sowie mögliche Exportkontrollen auf strategisch wichtige Software an, blieb jedoch vage in Bezug auf Details.
Ob das geplante Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des Apec-Gipfels stattfinden wird, bleibt angesichts der Situation ungewiss. Während die Spannungen eskalierten, nahm Trump in einem Social-Media-Beitrag einen versöhnlicheren Ton an und versicherte, dass sowohl China als auch die USA den Willen haben, größere wirtschaftliche Schäden abzuwenden.
Hintergrund der aktuellen Eskalation war Chinas Ankündigung vom 9. Oktober, künftig den Export bestimmter Seltener Erden restriktiv zu regulieren. Diese Rohstoffe sind für diverse Technologiebereiche von zentraler Bedeutung, was zusätzliche Besorgnis bei europäischen Unternehmen auslöste.
Die Gewinnung und Bearbeitung Seltener Erden hat China zu einer Verhandlungsmacht im globalen Handelskonflikt gemacht. Die Rolle der Seltenerd-Mineralien ist entscheidend, da sie in zahlreichen Hightech-Apparaturen, von Smartphones bis hin zu Rüstungsartikeln, verbaut werden. Der Zugang zu diesen Rohstoffen ist vor allem aufgrund der umwelttechnisch schwierigen Abbauprozesse begrenzt.
Seit der Eskalation im April hatten die Staaten wiederholt in europäischen Städten verhandelt, jedoch bisher erfolglos. Der Konflikt verschärfte sich über wirtschaftliche Themen hinaus und betrifft auch Aspekte der technologischen Vorherrschaft. Im Streit geht es weit über Handelszölle hinaus und umfasst strategische Technologien wie Sojaimporte und fortschrittliche Computerchips.
Experte Gabriel Wildau von Teneo deutet die jüngsten Entwicklungen beiderseits als mögliche Fehleinschätzungen. Er betont, dass Chinas Vorgehen bei Seltenen Erden der Verbesserung der Verhandlungsmacht dienen könnte, während die USA es als technische Anpassung ihrer Kontrollliste interpretierten.

