Handelskrieg entfacht erneut Turbulenzen an den Börsen
Die jüngsten Eskalationen im von Donald Trump initiierten Handelskrieg hinterlassen deutliche Spuren an den Finanzmärkten. Der Dax erlebte einen weiteren herben Rückschlag und schloss am Freitag mit einem Verlust von 4,95 Prozent bei 20.641,72 Punkten. Der MDax musste sogar einen Rückgang von 5,46 Prozent verzeichnen. Bereits in den Vorwochen hatte der deutsche Leitindex Einbußen erlitten, doch das derzeitige Minus von über acht Prozent markiert den größten wöchentlichen Verlust seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022. Im Jahr 2025 schrumpfte das zuvor erreichte deutliche Jahresplus erheblich, was die Marktteilnehmer zunehmend verunsichert.
Analysten der DZ-Bank, darunter Sören Hettler, verweisen auf eine zunehmende Unruhe unter den Investoren, die in sichere Häfen flüchten. Peking hat seinerseits angekündigt, hohe Zölle auf US-Importe einzuführen und Exportkontrollen auf seltene Erden zu verschärfen, was die Furcht vor einer globalen Eskalation weiter anheizt. Der EuroStoxx 50 verlor an diesem freitäglichen Handelstag 4,6 Prozent, was ihn auf ein Niveau zurückwirft, das knapp vor den Weihnachtsfeiertagen lag.
Trotz robuster US-Arbeitsmarktdaten blieben die internationalen Börsen unbeeindruckt. Der Dow Jones fiel um 3,4 Prozent, während der technologielastige Nasdaq 100 bereits nahezu 20 Prozent seit seinem Februar-Rekord eingebüßt hat, womit er gefährlich nahe einem Bärenmarkt steht. Laut Hettler könnte eine klare Verhandlungsbereitschaft der US-Regierung zur Beruhigung beitragen, ansonsten seien weitere Verluste nicht ausgeschlossen.
Besonders zyklische Aktien, einschließlich der Bank- und Industriewerte, litten merklich unter dem Abwärtstrend. Die Deutsche Bank musste Einbußen von nahezu 10 Prozent hinnehmen, während Infineon im Technologiesektor um 7,1 Prozent nachgab. Auch im MDax gab es deutliche Verlierer: Aktien von Gerresheimer stürzten um 14,5 Prozent ab, nachdem bei der geplatzten Übernahme die Anzahl potentieller Bieter schrumpfte. Dagegen konnten Redcare-Papiere, trotz eines schwachen Marktes, sich vergleichsweise stabil zeigen.

