Handelskonflikte belasten Eurokurs – US-Dollar festigt sich weiter
Die jüngste Stabilität des Euro geriet zum Wochenbeginn ins Wanken, als die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar nachgab und bei 1,1738 US-Dollar notierte. Der Euro hielt sich damit unter dem Stand vom Freitagabend, was auf die wachsende Unsicherheit durch Handelskonflikte zurückzuführen ist. Die Europäische Zentralbank hatte zuletzt einen höheren Referenzkurs festgelegt, der am Donnerstag noch bei 1,1782 US-Dollar lag.
Der US-Dollar zeigte sich hingegen stark und legte gegenüber zahlreichen anderen Währungen zu. Der Handelskonflikt der USA mit verschiedenen Nationen, einschließlich der Europäischen Union, bleibt weiterhin im Brennpunkt. Präsident Donald Trump kündigte an, bis Mittwoch zwölf bis fünfzehn Länder über neue Zölle oder Handelsabkommen informieren zu wollen. Sollten neue Zölle beschlossen werden, treten diese laut Handelsminister Howard Lutnick schon am 1. August in Kraft.
Während diese geopolitischen Entwicklungen das Marktgeschehen prägen, geraten konjunkturelle Daten in den Hintergrund. Die deutsche Industrieproduktion konnte im Mai unerwartet zulegen, dennoch bleibt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, skeptisch. Trotz einer Erholung im zweiten Quartal könnte das Wachstum durch schwache Einzelhandelsumsätze gebremst werden.
Erfreuliches gibt es hingegen aus der Eurozone zu berichten: Der Konjunkturindikator des Analyseinstituts Sentix erreichte den höchsten Stand seit über drei Jahren, was auf einen globalen Wirtschaftsaufschwung hindeutet. Experten sind optimistisch, dass die deutsche Wirtschaft diesmal stärker davon profitieren könnte.

