Handelsfrieden beflügelt Wall-Street: Tech-Werte auf Rekordkurs
Die Wall Street steht vor einem verheißungsvollen Wochenauftakt, angetrieben durch die Aussicht auf Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Besonders die konjunktursensiblen Technologiewerte könnten frischen Wind erfahren und sich in bislang ungeahnte Höhen erheben. Der Broker IG prognostiziert, dass der technologieorientierte Nasdaq 100 um 1,3 Prozent auf 25.679 Punkte steigen könnte, während der Dow Jones Industrial ebenfalls auf ein Plus von 0,5 Prozent zusteuert.
Für positive Vorzeichen sorgte die Nachricht, dass Peking und Washington eine vorläufige Einigung im Tarifstreit erzielt haben. Li Chenggang, stellvertretender Sekretär des chinesischen Handelsministeriums, bestätigte dies nach Gesprächen mit der US-Delegation. Die Übereinkunft bedarf jedoch noch der internen Bestätigung auf beiden Seiten. Details der Vereinbarung bleiben vorerst unter Verschluss. Parallel dazu äußerte sich US-Finanzminister Scott Bessent in Kuala Lumpur optimistisch über die bevorstehenden Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping in Südkorea.
Der drohende Zollkonflikt scheint vorübergehend entschärft, was die Märkte stabilisieren und den Investoren mehr Planungsmöglichkeiten bieten sollte. Finanzexperte Sandro Pannagl von der Landesbank Baden-Württemberg sieht darin eine kurzfristige Beruhigung der politisch-wirtschaftlichen Spannungen. Laut CBS News würde die USA von der Einführung von Extrazöllen auf chinesische Importe absehen, ebenso wie China auf das geplante Exportkontrollsystem, welches insbesondere seltene Erden betrifft.
Im Vorfeld dieser Entwicklungen gerieten die Aktien der Anbieter seltener Erden erheblich unter Druck. MP Material, USA Rare Earths und Critical Metals mussten empfindliche Verluste zwischen vier und neun Prozent hinnehmen. Die Anleger hatten zuvor auf eine Angebotsverknappung aufgrund möglicher chinesischer Exportbeschränkungen spekuliert.
Positiv hervorgetan hat sich hingegen Avidity Biosciences. Die Anteilsscheine des Biotechnologie-Unternehmens schossen um beachtliche 43 Prozent in die Höhe, nachdem bekannt wurde, dass Novartis eine Übernahme plant. Die Schweizer Pharmagröße erhofft sich durch diese Akquisition Zugang zu innovativen Therapien und einen Schub für das mittelfristige Wachstum. Der Aktienkurs von Novartis selbst gab in Zürich um knappe 2 Prozent nach.

