Handelsbremse gelöst – Staatsanleihen profitieren von neuer EU-USA-Zollpolitik
Der Markt für deutsche Staatsanleihen hat zu Wochenbeginn positiv auf die Einigung über ein neues Zollabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten reagiert. Der bedeutsame Euro-Bund-Future erhöhte sich um 0,31 Prozent auf 129,71 Punkte, während die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,68 Prozent sank. Auch in anderen Mitgliedsstaaten der Eurozone war ein Rückgang der Anleiherenditen zu beobachten.
Die frisch verhandelte Zollvereinbarung sieht einen einheitlichen Zollsatz von 15 Prozent auf die Mehrzahl der EU-Importe in die USA vor. Diese Nachricht verlieh den Aktienmärkten zunächst einen Hauch von Zuversicht, während als sicher geltende Staatsanleihen ebenfalls an Attraktivität gewannen. Trotz der drohenden Handelshemmnisse für die deutsche Wirtschaft, hoben die Anleihen an.
Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank, kommentiert: „Einerseits verhindert dieses Abkommen einen möglichen Handelskrieg mit spürbaren Schäden auf beiden Seiten. Doch bleibt die Herausforderung für europäische Unternehmen bestehen, da der Zugang zum zentralen Exportmarkt USA erschwert wird, was die europäische Wirtschaft belastet." In einem globalen Kontext warten die USA weiterhin auf Einigungen mit China und anderen Nationen.
Finanzminister Scott Bessent ist in Stockholm mit ranghohen chinesischen Offiziellen im Dialog. Für Unruhe sorgten zudem neue Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump. Im Rahmen der Bemühungen, Druck auf Russland im Konflikt mit der Ukraine auszuüben, plant Trump, die Frist für höhere Zölle auf russische Handelspartner drastisch zu verkürzen. Gegenüber dem britischen Premier Keir Starmer kündigte Trump eine neue, verkürzte Frist von "zehn oder zwölf" Tagen an, mit sofortiger Wirkung ab Montag.

