Handel im Abstieg: Chinas wackelige Beziehungen zu den USA und ihre Auswirkungen
Der Handelskonflikt zwischen den beiden mächtigsten Volkswirtschaften der Welt, China und den USA, hat deutliche Spuren hinterlassen. Jüngste Zahlen der Zollbehörde in Peking verdeutlichen den dramatischen Einbruch bei den bilateralen Handelsströmen. Im Mai sanken die chinesischen Exporte gen USA um 34,5 Prozent, während die Importe um 18,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nachgaben.
Dass der Zollstreit zuletzt zwar auf Eis gelegt wurde, die Handelsdifferenzen jedoch weiterhin virulent sind, zeigt ein aktuelles Treffen hochrangiger Vertreter beider Länder in London, bei dem weitere Verhandlungen anstehen. Besonders im Fokus stehen Chinas Exportkontrollen von seltenen Erden und Magneten, zentrale Komponenten für viele Industrien weltweit, deren Verarbeitung in chinesischer Hand liegt.
Die Vereinigten Staaten reagieren mit Exportbeschränkungen von Hightech-Produkten, von denen China wesentlich abhängig ist. Dies schürt daneben Bedenken über Chinas hungende Binnenwirtschaft – ein Schwachpunkt, der sich durchgehend in den rückläufigen Importzahlen widerspiegelt. Dennoch konnte Chinas Wirtschaft im Mai insgesamt ein Wachstum im Außenhandel verzeichnen.
Konträr zu den rückläufigen Importen, die um 3,4 Prozent sanken, legten die Exporte um 4,8 Prozent zu. Die Handelsbilanz wies einen Überschuss von etwa 103 Milliarden US-Dollar aus. Dieser Anstieg blieb knapp hinter den Erwartungen der Experten zurück.
Für Deutschland zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die chinesischen Exporte nach Deutschland um monumentale 21,5 Prozent wuchsen, schrumpften Importe in die Volksrepublik um 1,3 Prozent. Spezifisch für deutsche Unternehmen kreiert die Situation Unsicherheit. Die chinesischen Kontrollen auf seltene Erden beunruhigen die hiesige Industrie.
Maximilian Butek von der Deutschen Handelskammer in China weist auf die Schwierigkeit hin, dringend benötigte Exportlizenzen zu erlangen, und fordert zügige Lösungen, um Produktionsstagnationen zu vermeiden. Erhebliche Sorgen bereitet auch Chinas schwache Binnennachfrage, die nicht zuletzt auf die bedrückende Lage im Immobiliensektor zurückgeht.
Menschen in China halten sich aufgrund gesunkener Immobilienwerte mit Konsum zurück, was wiederum auf das gesamte Wirtschaftsklima drückt. Darüber hinaus belastet ein moderater Deflationsdruck das Land. Zwar bleibt das Preisniveau an den Konsumkassen stabil, doch kontinuierlich sinkende Preise erhöhen den Druck auf Unternehmensgewinne, was zu Arbeitsplatzeinbußen führen kann.

