Hamburgs Wassersport setzt Zeichen: Die Alster zeigt, was inklusiver Sport möglich macht

06. Mai 2026, 14:28 Uhr · Quelle: LifePR
Hamburgs Aktionstag zeigt inklusiven Wassersport mit Teilhabe für Menschen mit Behinderungen und unterstützt die Bewerbung für Paralympische Spiele.

Hoyerswerda, 06.05.2026 (lifePR) - Inklusion und Teilhabe auf dem Wasser – 25 Tage vor dem Hamburger Olympia-Referendum am 31. Mai zeigt der Hamburger Wassersport, wofür Paralympische und Olympische Spiele in Hamburg konkret stehen sollen: Inklusion und Teilhabe, die heute schon gelebt wird – vom Schulsegeln am Vormittag bis zum gemeinsamen Auftritt von vier Hamburger Segel-Bundesliga-Crews am Abend.

Hamburger Segler kehrt nach drei Jahren Genesung aufs Wasser zurück.

Nach einem schweren Schlaganfall und mit den daraus folgenden Beeinträchtigungen möchte ein 67-jähriger Hamburger Segler zurück in den aktiven Segelsport. Den 5. Mai nutzte er für genau diesen Schritt: Er stieg auf eine HSC-J/70 – und entschied noch am selben Tag, dem gastgebenden Hamburger Segel-Club als Mitglied beizutreten. Diese eine Geschichte fasst zusammen, was an diesem Tag auf der Außenalster möglich war.

Am Dienstag, 5. Mai 2026, fand beim Hamburger Segel-Club an der Außenalster der Aktionstag „Inklusiv auf der Alster – ein Zeichen für die Spiele und den inklusiven Wassersport" statt. Ausgerichtet wurde der Tag vom Hamburger Segel-Club und Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. – gemeinsam mit dem Landessportamt Hamburg und dem Vorprojekt Olympische und Paralympische Spiele der Behörde für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg als Co-Gastgeber. Anlass war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung – 25 Tage vor dem Hamburger Olympia-Referendum am 31. Mai 2026. Bereits heute erreicht der Hamburger Wassersport über die Inklusive Alster wöchentlich mehr als 150 Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen. Drei Ziele standen im Mittelpunkt des Tages: sichtbar machen, was Teilhabe auf dem Wasser heute schon heißt; werben für die Paralympischen und Olympischen Spiele in Hamburg; und Menschen mit Beeinträchtigungen einladen aufs Wasser – unter der Leitbotschaft „Eine Chance für alle".

Pressegespräch auf dem Steg: Bekenntnis des Hamburger Wassersports

Eröffnet wurde der Tag um 10:00 Uhr mit einem Pressegespräch direkt am Steg des HSC – moderiert von Matthias Steiner. Auf dem Podium versammelten sich Stimmen aus Sport, Politik, Schule und Inklusionsbewegung: Katharina von Kodolitsch (Präsidentin Hamburger Sportbund), Regina Jäck (MdHB, SPD, Sprecherin für Menschen mit Behinderung), die Para-Kanutin und mehrfache Welt- und Europameisterin Lillemor Köper (Hamburger Kanu Club), Mirjam Jochens (Standortleitung Bugenhagenschulen Alsterdorf), Svenja Weber (Geschäftsführerin Dialoghaus Hamburg), Dr. Jonas Leder (Direktor Landessportamt Hamburg), Wolf-Dieter Jahn (stellvertretender Vorsitzender HSC und Vorstandsmitglied Hamburger Segel-Verband) sowie Sven Jürgensen (Vorsitzender Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V.).

Die zentrale Botschaft des Tages: „Eine Chance für alle" – die Außenalster ist heute das inklusivste Wassersportrevier Deutschlands. Die Partner der Inklusiven Alster bekennen sich klar zu den Paralympischen und Olympischen Spielen in Hamburg.

Schulsegeln Bugenhagenschule Alsterdorf: Inklusion in der Schulwoche

Im Anschluss an das Pressegespräch übernahmen die Trainer Calle Sibbert und Jürgen Brietzke das Steuer: Auf zwei J/22 ging es mit Kindern und Jugendlichen der Bugenhagenschule Alsterdorf hinaus auf die Außenalster. Was als einzelnes Probesegeln begonnen hat, ist heute fester Bestandteil der Schulwoche: Jeden Mittwoch und Donnerstag findet beim HSC der inklusive Schulsegelkurs der Bugenhagenschule Alsterdorf statt – ein Gemeinschaftsprojekt von Hamburger Segel-Club und Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. Im Dezember 2025 wurde dieses Projekt mit dem Annemarie-Dose-Preis 2025 ausgezeichnet.

Segeln ohne Sehen: das BAT Sailing Team auf der „Blindfisch"

Ab 11:00 Uhr nahm das BAT Sailing Team auf seiner J/70 „Blindfisch" blinde und sehbehinderte Gäste mit auf die Außenalster. Das BAT Sailing Team ist ein inklusives Team mit sehbehinderten, blinden, körperlich beeinträchtigten und sehenden Seglerinnen und Seglern – Teile des Teams segeln als inklusive Crew in der Segel-Bundesliga.

Nachmittag: Probesegeln für alle und das Heinz Kettler Inclusive Youth Sailing Team

Am Nachmittag öffnete sich die Außenalster für ein offenes Probesegeln. Eingeladen waren Patientinnen und Patienten des BG Klinikums Hamburg sowie Familien mit Kindern mit Beeinträchtigungen. Mehrere Rollstuhlfahrende stiegen vom Rollstuhl in die zwei RS Venture Connect mit den neuen Para-/Olympia-Gennakern um. Den Gästen standen erfahrene Para- und Inklusionsseglerinnen und -segler der beiden Gastgeber zur Seite. Viele waren zum ersten Mal auf dem Wasser – die Reaktionen waren durchgehend dieselben: Begeisterung, ein breites Lächeln, der unmissverständliche Wunsch, wiederzukommen.

Zugleich zeigte das Heinz Kettler Inclusive Youth Sailing Team Germany auf der Außenalster, wo es heute steht. Das im Oktober 2025 vom Hamburger Segel-Club und Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. gegründete Pilotprojekt – unter der Schirmherrschaft von Anna Barth, Taktikerin des Germany SailGP Teams – bildet Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen zu eigenständigen Seglerinnen und Seglern im regulären Regattasport aus. Das Projekt steht jungen Menschen mit Behinderungen aus ganz Deutschland offen.

Eine Rückkehr aufs Wasser – nach drei Jahren Genesung

An Bord sprach die Reaktion für sich, auch ohne Worte. Noch am Steg vernetzten sich Mitglieder des Hamburger Segel-Clubs mit dem Gast und verabredeten gemeinsame nächste Schritte – Wassersport ist nicht etwas, das man verliert, wenn das Leben sich verändert. Er kann ein Weg zurück sein.

Vier Hamburger Segel-Bundesliga-Crews, eine gemeinsame Botschaft

Ab 18:00 Uhr setzte der Aktionstag ein weithin sichtbares Highlight: Vier Hamburger Segel-Bundesliga-Crews nahmen mit den neuen Paralympischen und Olympischen Gennakern am Bundesliga-Training auf der Außenalster teil. Die Segel selbst tragen das Bekenntnis – ein klares Zeichen für die Paralympischen und Olympischen Spiele in Hamburg. Mit dabei waren eine Crew des inklusiven BAT Sailing Teams, zwei Crews des Hamburger Segel-Clubs und eine Crew des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) – amtierender Deutscher Meister der Segel-Bundesliga 2025. Begleitet wurde das Bild auf dem Wasser von zwei RS Venture Connect mit Inklusionssportlerinnen und -sportlern an Bord. Am Abend zeigte zudem der Hamburger Kanu Club beim gastgebenden HSC ein inklusives Kanuangebot.

Ein Geburtstagswunsch auf dem Wasser

Ein weiteres Highlight am Abend, ganz persönlich: Eine Hamburger Familie wollte den Geburtstag der Mutter gemeinsam mit ihrer Tochter auf einem Segelboot verbringen. Die Tochter, 8 Jahre alt, lebt mit einer Beeinträchtigung. Am 5. Mai gingen Mutter und Tochter zusammen mit der Familie aufs Wasser – ein Wunsch, den der Aktionstag und das Netzwerk der Inklusiven Alster unkompliziert möglich gemacht haben. Ob das Mädchen das Segeln für sich entdeckt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Tür zum Hamburger Segel-Club steht offen.

Inklusive Alster: Hamburgs einzigartiges Netzwerk für inklusiven Wassersport

Der 5. Mai war zugleich ein Schaufenster der Inklusiven Alster – eines deutschlandweit einzigartigen Netzwerks für inklusiven Wassersport. Die Inklusive Alster ist dabei mehr als Segeln: Sie steht ebenso für inklusives Rudern und inklusives Paddeln auf der Alster. Sieben engagierte Hamburger Wassersportvereine bündeln in diesem Verbund ihre Kräfte, damit Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam segeln, paddeln und rudern können – der Hamburger Segel-Club (HSC), Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. (WsW), der Hamburger Kanu Club (HKC), der Hamburger Segel-Verband (HSgV), der Ruderverein an den Teichwiesen (RVT), der Ruder-Club Favorite Hammonia (Fari) und der Segel-Verein Altona-Oevelgönne (SVAOe).

Inklusion braucht Investitionen

Das Wachstum des inklusiven Wassersports an der Alster fordert die Vereine. Im Hamburger Segel-Club, dessen Clubhaus 69 Jahre alt ist, stoßen heutige Anforderungen an barrierefreie, inklusive Sportangebote spürbar an die Grenzen der bestehenden Infrastruktur. Der HSC hat den Prozess der Modernisierung bereits angestoßen. Mehr inklusive Sportprojekte in Hamburg brauchen verlässliche Finanzierung – ein Weg, den die Inklusive Alster unabhängig vom Olympia-Referendum am 31. Mai 2026 weitergeht und den eine erfolgreiche Hamburger Bewerbung für Paralympische und Olympische Spiele zusätzlich beschleunigen würde.

Stimmen zum Aktionstag

Dr. Jonas Leder, Direktor Landessportamt Hamburg

„Hamburg versteht sich als Active City – eine Stadt, in der Bewegung, Teilhabe und Lebensqualität für alle zusammengehören. Der Aktionstag Inklusive Alster macht genau das sichtbar: Hier wird Inklusion konkret gelebt und als selbstverständlicher Teil unserer Sportkultur verankert. Er macht sichtbar, welches Potenzial in unserer Stadt steckt – und welche Strahlkraft eine Bewerbung um Paralympische und Olympische Spiele entfalten kann. Unser Anspruch ist es, diese Energie nachhaltig zu nutzen und Hamburg weiter als Vorreiter für inklusiven Sport zu entwickeln."

Katharina von Kodolitsch, Präsidentin Hamburger Sportbund (HSB)

„Was am 5. Mai auf der Alster sichtbar geworden ist, war mehr als ein Aktionstag – es ist gelebte Inklusion. Der Hamburger Sportbund steht für ein Sportverständnis, in dem Teilhabe selbstverständlich ist. Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen treiben gemeinsam Sport, wachsen über sich hinaus und finden ihren Platz im Team. Genau dafür können Paralympische und Olympische Spiele in Hamburg stehen: als Motor für Teilhabe, Begegnung und nachhaltige Entwicklung – eine echte Chance für alle."

Über die Veranstalter des Aktionstages

Hamburger Segel-Club (HSC): 1892 gegründet, rund 800 Mitglieder. Der HSC wächst aktuell besonders im inklusiven Segeln und baut sein Angebot kontinuierlich aus. Gemeinsam mit Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. realisiert der HSC das Heinz Kettler Inclusive Youth Sailing Team Germany.

Sport / Inklusion / Wassersport / Hamburg / Paralympics / Segeln / Olympia-Referendum
[lifepr.de] · 06.05.2026 · 14:28 Uhr
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