Hakuoki SSL ~Sweet School Life~ im Test: Samurai im Klassenzimmer
Hakuoki SSL ~Sweet School Life~ ist eine Fan-Disc, die die Charaktere von der Zeit der Samurai in ein modernes Schulsetting bringt. Chizuru ist die einzige weibliche Schülerin an der Schule, die bis dato nur Jungs zugelassen hatte. Das Setting erinnerte mich etwas an die Starry-Sky-Spiele, die Heldin dort war nämlich auch die einzige weibliche Schülerin an der Schule, da sie davor eine reine Jungenschule war.
Die Charaktere, die wir aus den Hauptspielen kennen, sind nun Lehrer oder Schüler an der Schule und bewältigen mit Chizuru ihren Alltag. Das Ganze geht also jetzt mehr in die Slice-of-Life-Richtung.
Wir haben hier nur sechs Hauptrouten mit Hijikata, Heisuke, Saito, Okita, Harada und Kazama und vier kleinere Routen, die dann Yamazaki, Nagakura, Sannan und Kaoru abdecken. Die Routen spielen sich auch recht kurzweilig, man kann also keinen Tiefgang erwarten, wie man es von den Hauptteilen kennt. Ihr müsst die Hauptteile auch nicht gespielt haben, Hakuoki SSL funktioniert auch losgelöst davon. Dennoch könnt ihr mit Hakuoki: Chronicles of Wind and Blossom beide Hauptteile auch mittlerweile auf der Switch Spielen.
Schulalltag statt Samurai-Drama
Angefangen habe ich mit Heisuke Todo, da er einer meiner Favoriten aus dem Franchise ist, allerdings hat er durch das Schulsetting etwas an Charme eingebüßt. Er war ja der Typ Charakter, der über den Tellerrand hinausschaut und für seine Überzeugungen einsteht. In dieser Fan-Disc ist er Chizurus Kindheitsfreund, der morgens zu spät zur Schule kommt, weil er abends zu lange gezockt hat. Er ist Teil des Kendo-Clubs zusammen mit Okita und Saito.
Toshizo Hijikata war meine Nummer zwei, die ich gespielt habe. Er ist an der Schule der Konrektor und Lehrer für klassische Literatur. Er war anfangs dagegen, Mädchen in die Schule aufzunehmen, hat Chizuru aber eigenhändig ausgewählt und ihr den Zugang erlaubt. Er bleibt hier seinem Vibe aus den Hauptteilen wesentlich besser treu, als es bei einigen anderen Charakteren ist. Die Beziehung zwischen ihm und Chizuru ist auch in Hakuoki SSL echt angenehm, da er einfach ein recht reifer Mensch ist und die Beziehung entsprechend angeht.
Hajime Saito ist ruhig, wie wir ihn kennen. Er ist ein Präfekt an der Schule, also ein Schüler, dem bestimmte Aufgaben in der Schule übertragen wurden, ähnlich den Aufgaben, die einem Mitglied der Schülerlotsen übertragen werden. Er ist sehr gewissenhaft und respektiert vor allem Hijikata sehr. Gegenüber Chizuru ist er allerdings recht schüchtern und wird oft rot.
Sanosuke Harada ist ebenfalls wie Hijikata ein Lehrer an der Schule. Er unterrichtet Sport und ist bei den Schülern wahnsinnig beliebt. Wie in den Hauptteilen hat er eine sehr offene, lockere und zugängliche Art an sich, was dafür sorgt, dass Schüler leicht Vertrauen zu ihm aufbauen. Für Harada steht Chizuru an erster Stelle, vor allem dann, als Chizuru sich voll und ganz auf diese Schüler-Lehrer-Beziehung eingelassen hat.
Nun kommen wir zu Okita Soji. Wer meine Otome-Game-Reviews liest, weiß, dass ich mit dem Playboy-Typ auf Kriegsfuß stehe. Okita hatte ja einen sehr dramatischen Verlauf im historischen Japan, da er an Tuberkulose erkrankt war und man diese damals noch nicht heilen konnte. Er macht in dem modernen Setting vor allem gern Fotos und ist im Kendo-Club. Während er zum Direktor Isami Kondo aufsieht, kann er Hijikata allerdings so gut wie gar nicht leiden. Seine Dynamik aus den Hauptteilen ist allerdings geblieben, nur losgelöst von der dramatischen Geschichte aus den Hauptteilen. Wir sind hier schließlich in einem Slice-of-Life-Setting.
Der letzte Hauptcharakter ist natürlich Chikage Kazama, den ich auch eher so … mäh finde. Er stolziert mit seinen Kumpels durch die Schule und spricht Chizuru als seine Braut an, egal wie oft sie ihm sagt, dass sie kein Interesse an ihm hat. Und er ist vor allem, was noch viel irrer ist, der Schülersprecher der Schule. Er kommt aus reichem Hause und genauso verhält er sich auch, seine Arroganz ist genauso ausgeprägt wie in den Hauptspielen. Allerdings muss man ihm zugutehalten, er ist wirklich hart in Chizuru verliebt.
Kurze Routen und Minispiele
Und dann gibt es natürlich noch die Mini-Routen zu Yamazaki, Sannan, Nagakura und Kaoru. Kaoru ist hier in dem Setting nach wie vor Chizurus Bruder, also kein Love Interest. Schade fand ich vor allem, dass Yamazaki keine eigene große Route hat. Er steht ja zusammen mit Heisuke auf dem ersten Platz bei mir, wenn es um die Charaktere des Franchises geht.
Die Stories sind wie gesagt nicht lang. Und das Spiel wird vor allem durch die Minigames so ein wenig in die Länge gezogen. Es gibt einige verschiedene Minigames, die man bewältigen muss. Später kann man die auch skippen, dazu muss man aber aus Ryunosukes Shop das Minigame-Skip-Ticket erstmal kaufen. Solange man das nicht hat, muss man leider gnadenlos sich durch die Games quälen. Anfangs machen sie durchaus Spaß, aber bei einigen fand ich die Steuerung etwas fragwürdig. Kann sein, dass es etwas daran liegt, dass der Titel ja ursprünglich auf der PS Vita erschienen ist.
Für alles in allem könnt ihr rund 25 Stunden einrechnen, wenn ihr alles abdecken möchtet. Je früher ihr das Ticket habt, desto schneller könnt ihr euch auch durch die Routen bewegen, die sehr linear sind. Für jeden Charakter gibt es ein Happy Ending und ein Normal Ending. Auf Bad Endings wurde verzichtet, passt auch nicht so richtig zum Setting. Das Spiel ist halt einfach so ein typisches Otome Game, das einen mit leichter Kost und Romantik versorgt.
Fazit zu Hakuoki SSL ~Sweet School Life~
Hakuoki SSL ~Sweet School Life~ ist eine klassische Fan-Disc, die sich klar an Fans der Reihe richtet und die bekannten Charaktere in ein deutlich leichteres Schulsetting versetzt. Wer die Figuren mag und einfach mehr Zeit mit ihnen verbringen möchte, bekommt hier eine entspannte Slice-of-Life-Erfahrung mit kurzen Routen, viel Romantik und einigen Minigames. Tiefgang wie in den Hauptspielen sollte man allerdings nicht erwarten. Für Fans ist es eine nette Ergänzung zum Franchise, für Neueinsteiger eher ein leichtes Bonus-Abenteuer.







