Grüngas ohne Preisschild: Heizen mit Gas wird teurer
CO₂-Preis, Netzentgelte und Grüngasquote treiben die Preise gleichzeitig nach oben – mit spürbaren Folgen für Haushalte

15. April 2026, 09:25 Uhr · Quelle: Pressebox
Grüngas ohne Preisschild: Heizen mit Gas wird teurer
Foto: Pressebox
Zwischen Grüngasquote und steigenden Kosten: Heizen mit Gas wird teurer
Die Einführung der Grüngasquote ab 2028 könnte Heizkosten steigen lassen, ohne klare Prognosen, und betrifft viele Gaskunden direkt.

Freiburg, 15.04.2026 (PresseBox) - Die Bundesregierung setzt beim Heizen künftig wieder stärker auf Technologieoffenheit und ermöglicht damit weiterhin den Einbau von Gas- und Ölheizungen. Gleichzeitig treibt das Bundeswirtschaftsministerium neue Instrumente voran, die diese Systeme perspektivisch verteuern. Im Zentrum steht dabei die geplante Einführung einer sogenannten Grüngasquote – bislang ohne belastbare Kostenprognosen für Verbraucher.

Konkret ist vorgesehen, ab 2028 eine Beimischung klimaneutraler Gase wie Biomethan oder Wasserstoff verpflichtend einzuführen. Diese Quote soll zunächst bei bis zu einem Prozent liegen und in den Folgejahren weiter steigen. Ziel ist es, bestehende Gasnetze schrittweise klimaneutral zu machen. Wie teuer dieser Umbau für Haushalte wird, kann das zuständige Ministerium derzeit nicht beziffern.

Grüngasquote: Politische Idee ohne klare Kostenbasis

Dass eine zentrale energiepolitische Maßnahme ohne konkrete Preisabschätzung vorangetrieben wird, sorgt zunehmend für Kritik. Das Ministerium räumt ein, dass mögliche Mehrkosten bislang nicht berechnet wurden. Gleichzeitig warnen Studien vor spürbaren finanziellen Belastungen.

Berechnungen zeigen, dass bereits bei einer Quote von sieben Prozent zusätzliche Kosten von rund 178 Euro pro Jahr für einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt entstehen könnten. Mit steigender Quote wächst die Belastung: Bis 2035 werden rund 350 Euro jährlich erwartet – ohne Berücksichtigung weiter steigender CO₂-Preise im Rahmen des EU-Emissionshandels ab 2028. Marktanalysen zeigen zudem, dass Tarife mit beigemischtem Grüngas bereits heute rund 25 Prozent teurer sind als klassische Erdgasangebote.

Begrenzte Verfügbarkeit treibt Preise zusätzlich

Ein zentrales Problem ist die Verfügbarkeit der sogenannten grünen Gase. Sowohl Biomethan als auch Wasserstoff stehen nur in begrenzten Mengen zur Verfügung und werden gleichzeitig in der Industrie benötigt, wo Alternativen oft fehlen. Der Einsatz im Gebäudesektor konkurriert damit direkt mit anderen, systemkritischen Anwendungen.

Studien kommen daher zu dem Ergebnis, dass die Grüngasquote weniger zur Transformation beiträgt, sondern vielmehr zusätzliche Kosten verursacht. Der verpflichtende Einsatz könnte dazu führen, dass vermehrt teure Importe notwendig werden – etwa bei Biomethan aus dem Ausland. Für private Haushalte bedeutet das: Sie finanzieren über höhere Gaspreise eine Entwicklung, von der sie selbst kaum profitieren.

Politischer Widerspruch: Einbau erlaubt, Nutzung verteuert

Parallel zur Grüngasstrategie verändert sich auch der Aufbau der Gasinfrastruktur. Die Bundesregierung plant, Netzbetreibern künftig die Stilllegung von Gasnetzen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen verbleibende Netze schrittweise auf klimaneutrale Gase umgestellt werden.

Die Folge: Die Kosten für diesen Umbau werden nicht verschwinden, sondern umverteilt. Künftig sollen sie stärker über die Netzentgelte auf die verbleibenden Gaskunden umgelegt werden. Schon heute machen diese Netzentgelte rund 20 Prozent des Gaspreises aus – mit steigender Tendenz. Langfristige Szenarien gehen davon aus, dass sich diese Kosten deutlich erhöhen könnten, wenn immer mehr Haushalte aus dem Gasnetz aussteigen.

Damit entsteht ein grundsätzlicher Widerspruch: Einerseits wird der Einbau neuer Gasheizungen wieder erleichtert, andererseits steigen die laufenden Kosten für deren Betrieb kontinuierlich an.

Langfristige Perspektive für Gaskunden: Steigende Kosten sind systembedingt

Die Verteuerung von Gas ist keine unsichere Entwicklung, sondern ergibt sich aus mehreren bereits beschlossenen Mechanismen. Fossile Energieträger wie Erdgas werden gezielt verteuert, um Anreize zum Umstieg auf eine Wärmepumpe oder andere klimaneutrale Heizsysteme zu schaffen.

Gleichzeitig wirken strukturelle Effekte im Netz: Sinkt die Zahl der Gaskunden, bleiben die Fixkosten der Infrastruktur bestehen und verteilen sich auf weniger Haushalte. Hinzu kommt, dass Kosten für den Rückbau von Gasanschlüssen – beispielsweise bei der Umrüstung auf eine Wärmepumpe – und Netzen künftig über die Netzentgelte auf die verbleibenden Kunden umgelegt werden. Ergänzt wird diese Entwicklung durch die geplante Grüngasquote, die aufgrund begrenzter Verfügbarkeit und höherer Produktionskosten zusätzlich preistreibend wirkt.

Unter dem Strich greifen damit mehrere Faktoren ineinander, die alle in dieselbe Richtung wirken. Steigende CO₂-Kosten, höhere Netzentgelte und zusätzliche Umlagen führen dazu, dass das Heizen mit Gas langfristig systematisch teurer wird. Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Die wirtschaftlichen Risiken liegen zunehmend bei denjenigen, die im Gassystem verbleiben.

Energie- / Umwelttechnik / Grüngasquote / Heizkosten / Bundesregierung / Klimaneutralität / Gasheizungen
[pressebox.de] · 15.04.2026 · 09:25 Uhr
[0 Kommentare]
Skin-Brain-Axis: Was Haut, Nervensystem und Longevity miteinander verbindet
Deidesheim, 05.06.2026 (lifePR) - Wer Hautgesundheit ausschließlich über Cremes, Seren und Wirkstoffe definiert, betrachtet nur einen kleinen Teil des Ganzen. Moderne Erkenntnisse aus Dermatologie, Neurobiologie und Psychophysiologie zeigen zunehmend, dass unsere Haut in einem permanenten Dialog mit dem Nervensystem steht. Diese Verbindung wird als […] (00)
vor 1 Stunde
Friedrich Merz und Jakov Milatovic am 05.06.2026
Tivat - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich beim EU-Westbalkan-Gipfel in Montenegro für eine beschleunigte EU-Erweiterung ausgesprochen. Sie gaben der EU eine Mitschuld daran, dass die Westbalkan-Staaten bisher nicht der Union beigetreten sind. Merz erklärte, dass die EU seit 13 Jahren keine neuen […] (00)
vor 9 Minuten
Olivia Rodrigo
(BANG) - Olivia Rodrigo stützte sich nach ihrer Trennung von Louis Partridge auf ihre Freunde. Die 23-jährige Sängerin war von 2023 bis Ende 2025 mit Partridge zusammen, und Rodrigo hat nun einige Tipps geteilt, wie man über eine schmerzhafte Trennung hinwegkommt. Als sie gebeten wurde, ein paar Ratschläge zum Thema Trennung zu geben, sagte sie […] (00)
vor 4 Stunden
Dreame X60 Pro Ultra Complete ab sofort am Start
Der Dreame X60 Pro Ultra Complete ist ab sofort über die offizielle Dreame-Website, Amazon sowie ausgewählte Handelspartner erhältlich. Zum Marktstart ist das Premium-Modell für 1.499 Euro verfügbar und wird bis zum 11. Juni mit einem Einführungsrabatt von 200 Euro angeboten. Zusätzlich haben 20 Käuferinnen und Käufer die Chance, den treppensteigenden […] (00)
vor 16 Minuten
Neue ROG Xbox Ally X20 OLED setzt auf 120-Hz-OLED und AR-Brille
Asus und Microsoft haben mit der ROG Xbox Ally X20 OLED ein neues Modell ihrer gemeinsamen Handheld-Reihe vorgestellt. Nachdem die ursprüngliche ROG Xbox Ally seit ihrer Veröffentlichung im Oktober 2025 kontinuierlich weiterentwickelt wurde, soll die neue Variante nun mit mehreren technischen Verbesserungen und einem besonderen Jubiläumsdesign […] (00)
vor 31 Minuten
«Batman: Caped Crusader» kehrt Ende Juli mit zweiter Staffel zurück
Die zweite Staffel der DC-Animationsserie startet Ende Juli exklusiv beim Streamingdienst. Prime Video hat den Starttermin der zweiten Staffel von Batman: Caped Crusader bekannt gegeben. Die zehn neuen Episoden der Animationsserie werden ab dem 31. Juli 2026 weltweit exklusiv bei Prime Video verfügbar sein. «Batman: Caped Crusader» erzählt die Geschichte von Bruce Wayne in seinen frühen Jahren […] (00)
vor 4 Stunden
Charles Leclcerc
Monte-Carlo (dpa) - Lokalheld Charles Leclerc hat im Auftakttraining zum Formel-1-Rennen in Monaco erneut seinen Heimvorteil genutzt. Der gebürtige Monegasse fuhr in der ersten Übungseinheit des Tages die schnellste Runde, sein Ferrari-Teamkollege Lewis Hamilton wurde mit 0,226 Sekunden Rückstand Zweiter. Damit bekräftigte die Scuderia ihre […] (00)
vor 2 Stunden
Arbeit am Computer
Kehl/Berlin (dpa/tmn) - Keine verheißungsvolle kosmische Botschaft, sondern ernüchternd irdischer Ärger: Wer unerwartet eine Rechnung oder ein Inkassoschreiben wegen eines angeblich abgeschlossenen Abos für Horoskop-Webseiten erhält, sollte nicht vorschnell zahlen. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland rät stattdessen, erst einmal alles […] (00)
vor 14 Minuten
 
Thüringen ist bei den Satellitenevents des New European Bauhaus (NEB) vorne dabei
Erfurt, 05.06.2026 (PresseBox) - Mit dem New European Bauhaus Festival wird Brüssel erneut […] (00)
Zink und Wasserstoff im Team
Herisau, 04.06.2026 (PresseBox) - Kürzlich gewann ein deutsches Start-Up einen Preis […] (00)
Großes Interesse beim Organspendetag im „Eli“
Mönchengladbach, 04.06.2026 (lifePR) - Ein zutiefst menschliches Thema, das bewegt, […] (00)
Wirtschaftsforum in St. Petersburg
St. Petersburg/Kiew (dpa) - Angesichts stockender Vermittlungsbemühungen der USA […] (06)
Harold Kreis
München (dpa) - Der sportliche Rückschritt im deutschen Eishockey in den vergangen […] (01)
SWR öffnet Tür und Tor für weiteren True-Crime-Podcast
Moderatorin Katja Heijnen und Kriminalpsychologe Claudio Thunsdorff kennen sich privat - und […] (00)
Britische Staatsanleihen: So attraktiv wie nie – und Starmer bekommt Konkurrenz von innen
Die Rendite-Renaissance der britischen Staatsanleihen Das britische Gilts-Markt […] (00)
Evanescence-Frontfrau Amy Lee
(BANG) - Amy Lee von Evanescence ist begeistert, dass ihr Sohn ein Fan von Metal- […] (00)
 
 
Suchbegriff