Radsport

«Großer Moment»: Lipowitz wird Tour-Dritter - Pogacar siegt

27. Juli 2025, 20:29 Uhr · Quelle: dpa
Tadej Pogacar feiert seinen vierten Tour-Sieg, während Florian Lipowitz mit einem beeindruckenden dritten Platz für Furore sorgt. Ein emotionales Finale auf den Champs-Élysées.

Paris (dpa) - Tadej Pogacar schüttelte kurz den Kopf, dann küsste der viermalige Gesamtsieger der Tour de France seine Freundin Urska Zigart. Der slowenische Ausnahme-Radprofi wollte seine erfolgreiche Titelverteidigung auf den prachtvollen Champs-Élysées mit einem letzten Coup veredeln - doch auf der Schlussetappe musste sich Pogacar im Kampf um den prestigeträchtigen Tagessieg dem Belgier Wout van Aert geschlagen geben.

Auch nach Rang vier beim rasanten Finale im heftigen Regen von Paris war Pogacar glücklich. «Ich bin sprachlos, die Tour zum vierten Mal zu gewinnen. Sechsmal in Serie auf dem Podium. Ich bin superstolz, dieses Gelbe Trikot tragen zu können», sagte der 26 Jahre alte Tour-Dominator.

Lipowitz Dritter bei Debüt-Tour

Der neue deutsche Rad-Star Florian Lipowitz ließ sich von dem Duell ohnehin nicht beeindrucken. Er fuhr winkend über die Champs-Élysées und feierte seinen sensationellen dritten Gesamtrang bei der Frankreich-Rundfahrt im Weißen Trikot für den besten Jungprofi. Lipowitz preschte flankiert von Zehntausenden feierwütigen Fans das Viertel Montmartre hinauf und meisterte die letzte kleine Hürde vor seinem größten Erfolg. 

In Weiß nach Paris - das hatte für Deutschland zuletzt Jan Ullrich vor 27 Jahren geschafft. «Ich bin superfroh. Es waren harte drei Wochen. Auch die letzte Etappe war ziemlich hektisch. Ich wollte einfach nur noch sicher ins Ziel kommen», sagte Lipowitz noch vor der Siegerehrung in der ARD. «Ich bin einfach happy, dass alles aufgegangen ist.» Beim ersten Anruf bei der Familie sei «niemand» ans Telefon gegangen, erzählte er.

Teamchef Denk ist stolz

«Der Champagner steht da hinten. Das ist ein großer Moment für mich, wir waren hier noch nie auf dem Podium. Wir haben das jetzt erreicht. Ich freue mich sehr innerlich. Das macht mich stolz», sagte Ralph Denk, der Teamchef des Red-Bull-Teams um Lipowitz. «Florian ist langfristig an uns gebunden. Natürlich würden wir am liebsten mit Florian die Tour gewinnen - aber das Ziel ist, es als Team zu gewinnen.»

Gleich bei seiner ersten Frankreich-Rundfahrt hat der 24-Jährige seinen bislang größten Erfolg gefeiert und die Tour auf Platz drei hinter Titelverteidiger Pogacar und Jonas Vingegaard aus Dänemark vollendet. 

Der frühere Biathlet und Quereinsteiger erklomm in Reichweite des Triumphbogens als erster Deutscher seit dem zweimaligen Tour-Zweiten Andreas Klöden vor 19 Jahren das Podium der weltweit größten Rundfahrt. 

 

«Herzensprojekt» seines Entdeckers

Dabei mischt der einstige Wintersportler erst seit fünf Jahren auf dem Rad mit. Dazu gibt es wie bei vielen Stars eine sinnstiftende Erzählung: Lipowitz meldete sich damals selbst bei Red-Bull-Teamchef Ralph Denk und fragte, was er machen müsse, um Radprofi zu werden. 

Bei einem Mittagessen lernten sie sich kennen, wie Denk schon mehrmals erzählte. Im Januar legte er dafür 100 Kilometer mit dem Rad zurück, um zu der Verabredung zu gelangen. Und hinterher ging es wieder zurück auf zwei Rädern. Denk beeindruckte der Wille des jungen Mannes - der Funktionär bezeichnet die Entwicklung des Schwaben als «Herzensprojekt».

In den Jahren danach folgte ein rasanter Aufstieg: Siebter bei der spanischen Vuelta im vergangenen Jahr. Bei Paris-Nizza wurde er Zweiter, Dritter bei der Dauphiné-Rundfahrt hinter den Superstars Pogacar und Vingegaard. Den dritten Gesamtrang beim wichtigsten Radrennen der Welt hätte wohl vor der Tour kaum einer für möglich gehalten.

Planer verschärfen Tour-Abschluss

In der Gesamtwertung hielt Lipowitz den viertplatzierten Briten Oscar Onley auf Abstand, der Zweite Vingegaard war fast sieben Minuten entfernt. Pogacar gewann mit einem Abstand von knapp viereinhalb Minuten vor dem dänischen zweimaligen Tour-Champion - seit 2020 machen die beiden Stars die Tour-Siege unter sich aus. 

Zum Anlass der ersten Zielankunft auf den Champs-Élysées bauten die Planer nach dem Vorbild der Olympischen Spiele im vergangenen Jahr die dreimalige Überquerung des steilen Viertels Montmartre ein. Das verhinderte auch den zur Tradition gewordenen Massensprint der sprintstarken Profis - stattdessen erinnerte das Finale mit diversen Attacken an einen Frühjahrsklassiker.

Etwa 50 Kilometer vor dem Ziel waren die Zeiten der Gesamtführenden schon genommen worden, sodass alles Weitere vor allem der Show und dem Kampf um den Tagessieg diente. 

Doch mit einer Tour d'Honneur, bei der der Gesamtführenden nicht mehr attackiert wird, hatte das Spektakel auf dem berühmten Hügel oberhalb der französischen Metropole nicht viel zu tun. Pogacar selbst schonte sich nicht und lieferte sich leidenschaftliche Attacken vor den frenetischen Pariser Zuschauern.

Am Sonntag feierte der belgische Allrounder van Aert den Tagessieg. Der italienische Sprinter Jonathan Milan jubelte - auch ohne Chance auf einen Tagessieg - im Grünen Trikot des punktbesten Fahrers. Pogacar schnappte sich auch das gepunktete Bergtrikot, das Vingegaard stellvertretend tragen durfte.

Pogacar lobt Lipowitz

Am Montmartre-Hügel lieferten sich die beiden Rad-Stars Pogacar und van Aert ein unerbittliches Duell - mit dem besseren Ende für den Belgier, der den Tagessieg holte. «Eigentlich hatte ich gar keine Energie, mich heute zu motivieren. Ich war sehr froh, dass sie die Etappe früh neutralisiert haben. Dann war es deutlich entspannter. Hut ab vor Wout, er war unglaublich stark», sagte Pogacar. 

Pogacar hatte auch Lipowitz zuletzt in höchsten Tönen gelobt: «Ich denke, wir werden noch viel von ihm in den nächsten Tagen und Jahren sehen», sagte der Ausnahmefahrer nach dem starken Auftritt des Deutschen in den Pyrenäen.

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27.07.2025 · 20:29 Uhr
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