Großbritannien verhängt Sanktionen gegen $20 Milliarden schweren Krypto-Schwarzmarkt in Südostasien

Die Blockchain-Analysefirma Chainalysis schätzt, dass zwischen 2021 und 2025 fast $20 Milliarden an illegalen Geldern über Xinbi, einen chinesischsprachigen Krypto-Marktplatz, geflossen sind. Die britische Regierung hat nun Maßnahmen ergriffen, um diesen zu schließen.
Betrugszentren im Fokus
Das britische Außenministerium hat bekannt gegeben, dass umfassende Sanktionen gegen Xinbi verhängt wurden. Der Plattform wird vorgeworfen, kriminelle Dienstleistungen und Betrugswerkzeuge für Akteure in Südostasien bereitzustellen. Die Sanktionen frieren alle mit dem Vereinigten Königreich verbundenen Vermögenswerte der Plattform ein und verbieten britischen Banken, Krypto-Unternehmen und Bürgern jegliche Geschäfte mit Xinbi.
Xinbi fungiert nicht nur als Zahlungsabwickler für Kriminelle. Berichten zufolge steht die Plattform im Zentrum eines Netzwerks von illegalen Operationen, die mit Betrugskomplexen in Südostasien verbunden sind. Diese Operationen haben weltweit Aufmerksamkeit erregt, da sie verschleppte Arbeiter einsetzen, um groß angelegte Betrugsschemata zu betreiben.
Zwei Personen wurden ebenfalls sanktioniert. Thet Li wird beschuldigt, das internationale Finanznetzwerk der Prince Group zu leiten, einer in Kambodscha ansässigen Firma, die mit groß angelegtem Krypto-Betrug in Verbindung steht. Hu Xiaowei soll innerhalb desselben Finanznetzwerks gearbeitet haben und Verbindungen zu #8 Park, einem Betrugskomplex der Prince Group, haben.
Unterbrechung der Geldströme
Chainalysis, das Blockchain-Daten zur Unterstützung der Sanktionen bereitstellte, beschreibt die Maßnahmen als Angriff auf die Ein- und Ausstiegspunkte des Betrugsökosystems. Diese sind entscheidend, um kriminellen Betreibern den Geldfluss in und aus dem legalen Finanzsystem zu ermöglichen.
Xinbi fungierte als kommerzielles Zentrum, das Zahlungsabwicklung und Marketingdienste für Betrugsbetreiber anbot, die eine zuverlässige Infrastruktur für ihre Machenschaften benötigten. Die Sanktionen sollen Xinbi von der breiteren Krypto-Infrastruktur isolieren und seine Fähigkeit, Transaktionen zu senden und zu empfangen, stören.
Unterscheidung zwischen legaler und illegaler Krypto-Nutzung
In der Erklärung der britischen Regierung wurde eine klare Trennung zwischen legitimen Krypto-Aktivitäten und kriminellem Missbrauch der Technologie gezogen. Diese Unterscheidung ist für die Branche von Bedeutung, da Kritiker seit Jahren auf die Rolle von Kryptowährungen bei Betrug und Geldwäsche hinweisen. Die Financial Action Task Force schätzt, dass jährlich zwischen zwei und 5% des globalen BIP durch traditionelle Finanznetzwerke als gewaschene Gelder fließen.
Laut Chainalysis machen illegale Krypto-Transaktionen weniger als 1% der gesamten On-Chain-Aktivitäten aus — eine Zahl, die die Branche häufig zu ihrer Verteidigung anführt.

