Großbritannien sucht den Draht nach Peking: Keir Starmer in China
In Zeiten erhöhter globaler Spannungen setzt Großbritannien ein Zeichen und wendet sich verstärkt China zu. Keir Starmer, der erste britische Premierminister seit acht Jahren, der die Volksrepublik besucht, traf auf Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Mit Blick auf die Bedeutung Chinas auf der internationalen Bühne betonte Starmer die Notwendigkeit, eine reifere Beziehung zwischen den beiden Nationen aufzubauen. Der britische Premierminister erklärte, es sei höchste Zeit für ein solches Treffen und hob die wirtschaftlichen Vorteile einer besseren Zusammenarbeit hervor.
Starmer beschreibt seine Reise als einen historischen Besuch und stellt sie in den Kontext der allgemeinen Annäherung westlicher Länder an China in turbulenten Zeiten. Er betonte, dass internationale Entwicklungen sowohl die Wirtschaft als auch das Sicherheitsgefühl in Großbritannien beeinflussen. Seine Zusage, ein offeneres Vereinigtes Königreich zu schaffen, wird durch diese Reise bekräftigt.
Bei einem Treffen mit Zhao Leji, dem Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses, hob Starmer die Vielfalt internationaler Partnerschaften hervor und machte deutlich, dass er nicht bereit sei, sich zwischen China und anderen Partnern zu entscheiden. Xi Jinping signalisierte Chinas Bereitschaft zur Entwicklung einer langfristigen und stabilen strategischen Partnerschaft mit Großbritannien.
Der Besuch Starmers findet im Kontext einer verstärkten Annäherung westlicher Regierungschefs an China statt. Vor kurzem kam es zu einem hochrangigen Treffen zwischen Kanada und China, bei dem neue Handelsabkommen getroffen wurden. Auch die Regierungschefs von Irland und Finnland sowie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben durch Besuche in China versucht, die Beziehungen zu stärken.
Vor dem Hintergrund von Donald Trumps 'America First'-Politik und den damit einhergehenden Spannungen mit Washington reflektieren viele traditionelle Verbündete der USA ihre Abhängigkeit und erkunden Wege in eine unabhängigere Zukunft – wirtschaftlich wie militärisch.

