Grönland-Zwist belastet europäische Börsen
Das transatlantische Tauziehen um Grönland sorgt weiter für Verunsicherung auf den europäischen Börsen. Der Wiener Leitindex ATX musste deutliche Einbußen von 1,3 Prozent hinnehmen und schloss bei 5.370,85 Punkten. Verantwortlich für die negative Marktstimmung sind die Forderungen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump, die Halbinsel zu erwerben, was von einer Drohkulisse neuer Zölle begleitet wird.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, betonte, dass diese Zollandrohungen die optimistischen Konjunkturaussichten stark trüben. Bereits bestehende Zölle haben die Exportzahlen merklich belastet, und eine weitere Erhöhung könnte die Exporte noch stärker ausbremsen. Dies hätte nicht nur Auswirkungen auf den Exportsektor, sondern würde die gesamte Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks beeinträchtigen.
Acht europäische NATO-Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, würden direkt von den potenziellen neuen Zöllen betroffen sein. Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup, erklärte, dass die verschärften transatlantischen Spannungen und die Ungewissheit hinsichtlich neuer Zölle die Erholungsaussichten der europäischen Unternehmen beschatten.
Am österreichischen Heimatmarkt standen der Flughafen Wien, Kapsch TrafficCom und der Caterer Do&Co im Rampenlicht. Der Flughafen Wien meldete einen erwarteten Passagierrückgang, hielt jedoch zum Börsenschluss ein Pari. Kapsch TrafficCom hingegen berichtete von einem neuen Auftrag aus Griechenland, konnte die Anleger aber nicht nachhaltig beeindrucken und schloss mit einem Minus von 0,3 Prozent. Der heimische Ölsektor, vertreten durch das ATX Prime-Schwergewicht OMV, litt insbesondere und gab um 2,1 Prozent nach.

