Goldpreis auf der Überholspur: Rallye geht weiter
Der Goldmarkt zeigt sich unbeeindruckt von Rücksetzern und setzt seine beeindruckende Rallye fort. Der Preis einer Feinunze schoss am Mittwochvormittag um knapp drei Prozent auf beachtliche 5.326 US-Dollar in die Höhe. Im Verlauf des Tages gab der Kurs zeitweise nach, erholte sich jedoch bis zum Abend und schloss mit einem Plus von rund zweieinhalb Prozent bei 5.310 Dollar. Damit verzeichnet Gold den achten Tag in Folge mit Gewinnen.
Seit eineinhalb Wochen hat sich der Goldpreis um mehr als 700 Dollar und rund 15 Prozent erhöht. Seit Ende 2025 ist der Wertzuwachs sogar auf 23 Prozent gestiegen, nachdem im Vorjahr eine eindrucksvolle Steigerung von 65 Prozent verzeichnet wurde. Gold bleibt somit eine der begehrtesten Anlageoptionen.
Die jüngsten Höhenflüge am Goldmarkt führen Experten auf Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump zurück, der sich unbesorgt über den schwächelnden Dollar äußerte. Fällt der Dollar, zieht der Goldmarkt meist nach, da der Preis des Edelmetalls in anderen Währungen attraktiver wird.
Auch Silber profitierte von Trumps Aussagen und legte am Abend um knapp zwei Prozent auf 114 Dollar zu. Wenngleich dies keinen neuen Rekord darstellte, so stieg der Preis am Montag um beachtliche 14 Prozent auf 117,71 Dollar. Silber zeigt sich in diesem Jahr sogar noch dynamischer als Gold, mit einem Preisanstieg von fast 60 Prozent, nachdem 2025 eine Steigerung um knapp 150 Prozent zu verzeichnen war.
Der Edelmetallmarkt wird weiterhin durch geopolitische Spannungen beflügelt. Konflikte weltweit sorgten 2025 für Nachfrage, und auch 2026 prägen politische Unsicherheiten das Marktgeschehen. Zolldrohungen von Präsident Trump gegenüber acht europäischen Ländern im Kontext Grönlands trugen zu den Turbulenzen bei.
Zahlreiche Notenbanken, darunter die chinesische und indische, sichern ihre Positionen durch Goldkäufe gegen politische und strukturelle Risiken sowie gegen Sanktions- und Zollrisiken ab, erklärt Stephen Innes von SPI Asset Management. Zudem verstärken wachsende Sorgen über die zunehmende Staatsverschuldung die Nachfrage.
Edelmetalle gelten als "sichere Häfen" in stürmischen Zeiten, wobei Silber zudem im industriellen Bereich für zukunftsweisende Technologien wie KI, Robotik und Energieanwendungen eine entscheidende Rolle spielt.

