Nächster großer Bitcoin-Katalysator könnte eine neue „Geldschöpfung“ sein: Experte
John Haar, Geschäftsführer bei Swan Private, sieht die Reaktion der Geldpolitik auf COVID-19 als einen der klarsten Katalysatoren für die Bitcoin-Adoption in den letzten Jahren. Er argumentiert, dass eine weitere großangelegte Runde der Geldschöpfung eher eine Frage des „Wann“ als des „Ob“ sei. In einem Interview mit Milk Road äußerte Haar, dass die nächste „große Geldschöpfung“ innerhalb der nächsten drei bis 24 Monate auftreten könnte, ausgelöst durch Faktoren wie Krieg, Bankenstress, Pensionsinsolvenz oder durch KI verursachte Arbeitsmarktveränderungen.
Die nächste große Geldschöpfung begünstigt Bitcoin
Haar sieht dies weniger als Vorhersage eines unmittelbar bevorstehenden Ereignisses, sondern als wiederkehrendes Merkmal des Geldsystems. Er verwies auf die Stimulusmaßnahmen und die Bilanzausweitung während der COVID-Ära als Erfahrungen, die die Wahrnehmung vieler Investoren bezüglich Fiat-Risiken und Knappheit verändert haben.
Haar betonte, dass viele Menschen durch die Geldschöpfung während der Pandemie beeinflusst wurden und dies zu einem Umdenken führte. Diese Erfahrung sei zentral für seine Argumentation. Er erklärte, dass er neue Kunden oft nach ihrer „Bitcoin-Geschichte“ frage und dabei ein wiederkehrendes Muster beobachte: Viele hätten sich nach der Beobachtung der monetären und fiskalischen Reaktionen auf die Pandemie für Bitcoin entschieden.
Haar verknüpfte diese Erfahrungen mit einem breiteren historischen Muster. Er bezog sich auf Lawrence Lappards Buch „The Big Print“ und schlug vor, dass periodische Geldschöpfungen keine Anomalien seien, sondern Episoden, die das System mit einer gewissen Regelmäßigkeit durchlaufe. Er warnte jedoch davor, kurzfristige Alarmrufe ernst zu nehmen.
Ein bemerkenswerter Teil von Haars Argumentation war psychologischer Natur. Er wies darauf hin, dass mit zunehmendem zeitlichen Abstand zur COVID-Krise die Gefahr bestehe, dass Investoren in Selbstzufriedenheit verfallen. Diese schwindende Erinnerung reduziere nicht die Wahrscheinlichkeit einer weiteren großen Intervention, sondern mache die Märkte lediglich mental weniger vorbereitet darauf.
Haar nannte eine Reihe möglicher Auslöser für eine solche Geldschöpfung: Ein großangelegter geopolitischer Krieg, KI-bedingte Arbeitsmarktveränderungen, staatliche Haushaltskrisen, Pensionsinsolvenzen, erneuter regionaler Bankenstress, eine private Kreditkrise, strukturelle Ausweitungen von Sozialprogrammen oder große Klima- oder Naturkatastrophen.
„Und dann zuletzt, das steht schon immer auf der Liste der Menschheitsgeschichte“, sagte Haar, „aber wenn es eine große Klimakatastrophe oder Naturkatastrophe gibt, könnte das ebenfalls eine große Geldschöpfung auslösen. Ich glaube, dass eines oder mehrere dieser Ereignisse in den nächsten drei bis 24 Monaten eintreten werden.“
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei $70,861.

