Goldman Sachs kauft sich bei T Rowe Price ein und setzt auf Privatanleger im Private-Equity-Geschäft
Goldman Sachs will künftig stärker am milliardenschweren US-Rentenmarkt mitverdienen und hat dazu eine Partnerschaft mit T Rowe Price geschlossen. Die Wall-Street-Bank erwirbt bis zu 1 Mrd. US-Dollar an Aktien des Asset Managers und plant, gemeinsam Produkte aufzulegen, die Privatanlegern Zugang zu Private Equity, Infrastruktur und Private Credit ermöglichen.
Die Kooperation fällt zeitlich zusammen mit einer Anordnung von Präsident Donald Trump, die erstmals Investitionen in private Märkte auch für 401(k)-Pläne öffnet. Diese Altersvorsorgevehikel umfassen rund 9 Billionen US-Dollar und sind damit das Herzstück der amerikanischen Rentenlandschaft. Für Goldman bedeutet das neue Absatzmöglichkeiten, für T Rowe Price die Chance, die Attraktivität seiner Fonds zu erhöhen.
T Rowe verwaltet über 1,1 Billionen US-Dollar in Altersvorsorgeplänen, hat aber seit 2021 Abflüsse von 239 Mrd. Dollar bei seinen Aktienfonds hinnehmen müssen. Goldman wiederum ist als Anbieter alternativer Anlagen stark positioniert, benötigt aber Zugang zu einer breiten Vertriebsplattform. Zusammen könnten beide Seiten eine neue Klasse von Produkten etablieren, die Privatanlegern den Zugang zu bisher institutionellen Investoren vorbehaltenen Strategien verschafft.
Allerdings birgt das Modell auch Risiken: Private Märkte locken mit höheren Renditen, aber auch mit hohen Gebühren und eingeschränkter Liquidität. Während Befürworter von „Demokratisierung“ sprechen, warnen Kritiker vor einer Gebührenfalle für Kleinsparer.
Goldman-CEO David Solomon bezeichnete den Aktienkauf bei T Rowe Price als „Geste der Solidarität“. Doch Kapitalregeln bestrafen Banken für das Halten börsennotierter Titel, weshalb der Schritt weniger ökonomisch als strategisch motiviert wirkt. Beobachter spekulieren, dass das Engagement den Boden für ein mögliches größeres Geschäft bereiten könnte – etwa eine spätere Übernahme von T Rowe Price.


