Gold gegen Bitcoin: Der Kampf um die Vorherrschaft der sicheren Häfen
In jüngster Zeit zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Gold erstarkt, während Bitcoin schwächelt. Diese gegenläufige Entwicklung zwischen den beiden vermeintlich sicheren Häfen wird von Experten auf die makroökonomische Unsicherheit zurückgeführt, die Anleger dazu veranlasst hat, ihre Risikofreude neu zu bewerten.
Obwohl Bitcoin häufig als digitales Gold oder sicherer Hafen betitelt wird, konnte es sich dem Aufwärtstrend von Gold nicht anschließen. Seit letztem Donnerstag erlebte die führende Kryptowährung einen Rückgang um etwa 5 %, während Gold um 5 % zulegte und mit 3.791 Dollar ein neues Rekordhoch erreichte.
Laut Farzam Ehsani, CEO und Mitbegründer der Kryptobörse VALR, liegt ein Teil der neu gewonnenen Stärke von Gold in der starken Nachfrage von Staaten und Zentralbanken begründet. Länder wie China und Russland häufen das Edelmetall als geopolitischen Puffer und Absicherung gegen die Dominanz des US-Dollars an.
Während Bitcoin sich noch in den Anfängen der institutionellen Adaption befindet, zeigt sich bei Investoren Skepsis darüber, ob die Kryptowährung ihrem Ruf als digitales Gold gerecht werden kann. Dies spiegelt sich auch in den Zuflüssen von ETFs wider – Gold konnte bis September 18,5 Milliarden Dollar anziehen, während Bitcoins Zuflüsse knapp unter 10 Milliarden Dollar lagen.
Historisch gesehen verbessert sich die Performance von Bitcoin, sobald die Federal Reserve beginnt, die Zinsen zu senken. Unter solchen Bedingungen holt Bitcoin schnell auf und übertrifft letztlich das traditionelle sichere Anlagegut, wie frühere Berichte nahelegen.
Ryan McMillin, Chief Investment Officer bei Merkle Tree Capital, erklärte, dass Gold den Marktbewegungen normalerweise vorausläuft, während Bitcoin 1–2 Monate später folgt. Wenn privates, risikofreudiges Kapital einfließt, übertrifft Bitcoin für gewöhnlich Gold, da der digitale Vermögenswert etwa ein Zehntel der Marktkapitalisierung des Edelmetalls ausmacht.

