Gold als unaufhaltsamer Preistreiber: Zentralbanken im Fokus
Der Goldpreis kennt derzeit nur eine Richtung: Aufwärts. Analysten und Branchenkenner erwarten eine Fortsetzung des Trends, wenn auch mit etwas gebremstem Tempo. Das Londoner World Gold Council (WGC) prognostiziert einen anhaltenden Preisanstieg im Laufe des Jahres. Diese Entwicklung hinterlässt Spuren in der Schmuckbranche: Die weltweit gestiegene Nachfrage nach Gold ließ im zweiten Quartal auf 356 Tonnen nach, nachdem es zuvor noch 435 Tonnen waren.
Ein wesentlicher Faktor für den Preisanstieg sind die massiven Goldkäufe von Zentralbanken, allen voran China, das seine Abhängigkeit vom US-Dollar minimieren möchte. Goldman Sachs spekuliert darauf, dass der Goldpreis bis 2026 auf 4.000 Dollar pro Feinunze klettern könnte. Michael Eubel von der BayernLB sieht ebenfalls keine Preisrückgänge, während Benjamin Summa von Pro Aurum darauf hinweist, dass geopolitische Spannungen und Inflationsängste den Trend beschleunigen.
Im Blickpunkt steht besonders China, das seine Goldreserven seit der Jahrtausendwende stark erhöht hat. Dennoch wird spekuliert, dass die offiziell angegebenen Bestände weit unter der tatsächlichen Menge liegen. Darüber hinaus ist das Land einer der größten Produzenten und damit ein Schwergewicht im Goldmarkt.
Deutschland profitiert derweil von den Entwicklungen: Die Bundesbank, die weltweit über die zweitgrößten Goldreserven verfügt, sieht den Wert ihres Bestandes steigen. Ein Teil des deutschen Goldes lagert in der Federal Reserve Bank in New York, was weiterhin als sicher und handelsfähig erachtet wird. Auch die Bundesbank schöpft aus ihren Beständen, um Goldmünzen zu prägen und zu verkaufen.
Für private Käufer und Hochzeitspaare bedeutet der Preisanstieg hingegen oft höhere Ausgaben. Trotz rückläufiger Eheschließungen bleiben die Umsätze im Hochzeits- und Schmucksektor stabil oder steigen sogar. Der deutsche Goldschmuckmarkt verzeichnete trotz wiederholter Krisenjahre in den letzten beiden Jahren Rekordumsätze, eine Entwicklung, die auf die allgemeine Robustheit des Luxusmarktes hinweist.

