Globale Dürre: Eine stille, aber verheerende Bedrohung
Der jüngste Bericht der UN zur Bekämpfung der Wüstenbildung wirft ein erschütterndes Licht auf die aktuellen klimatischen Herausforderungen, denen die Welt gegenübersteht. Seit 2023 erlebt der Globus einige der extremsten Dürreperioden seit Beginn der wetterlichen Aufzeichnungen, mit weitreichenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen. Mark Svoboda, einer der Autoren des Berichts, beschreibt das Ausmaß dieser Trockenheit als die schlimmste globale Katastrophe, die er jemals erlebt habe.
Besonders alarmierend ist die Lage in Somalia, wo allein im Jahr 2022 rund 43.000 Menschen infolge von Dürre und Hunger ihr Leben verloren. Aber auch wirtschaftlich entwickelte Länder kämpfen mit den Auswirkungen: In Großbritannien kam es in Supermärkten zu Lieferengpässen bei Obst und Gemüse, während in Spanien der Preis für Olivenöl aufgrund drastisch gesunkener Ernten in die Höhe schoss.
In Brasilien sanken die Wasserstände des Amazonas derart, dass ein Massensterben von Fischen und Flussdelfinen zu verzeichnen war. Der Panama-Kanal verzeichnete einen Rückgang der Wassermenge, der zu einem Drittel weniger Schiffsverkehr führte. Auch die Zuckerproduktion in Thailand und Indien wurde schwer getroffen, was die Zuckerpreise in den USA in die Höhe trieb. Besorgniserregende Berichte aus Simbabwe und Botswana zeigen, dass selbst die Tierwelt nicht vor den Schrecken der Dürre gefeit ist.
Die soziale Wirkung dieser anhaltenden Trockenperioden graviert sich besonders tief in die sowieso schon herausgeforderten Teile der Gesellschaft ein. Frauen und Kinder sind in besonderem Maße betroffen, zunehmend zeigen sich dabei alarmierende Tendenzen in Ostafrika, wo sich die Zahl der Kinder-Ehen verdoppelt hat, da Familien auf die Mitgift angewiesen sind. Kelly Helm Smith, Ko-Autorin des Berichts, appelliert an das globale Gewissen, betont jedoch, dass zwar das Wissen und die Mittel vorhanden seien, um Schlimmeres zu verhindern, jedoch der Wille zum Handeln oft fehle.

