Glassnode: Realisierte Verluste bei Bitcoin erreichen Bärenmarktniveau

Die On-Chain-Daten von Bitcoin zeigen ein Signal, das historisch gesehen vor längeren Bärenmarktphasen aufgetreten ist. Das Verhältnis von realisierten Gewinnen zu Verlusten deutet auf einen Regimewechsel hin, bei dem verlustdominierte Verkäufe überwiegen.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Liquidität im Markt schwindet, was Investoren dazu zwingt, Verluste zu realisieren, anstatt Gewinne zu verbuchen. Ein solches Muster war zuletzt während der tiefsten Krypto-Winter 2018 und 2022 zu beobachten.
Wichtiger Indikator fällt unter 1 und signalisiert Kapitulationsrisiko
Laut Daten des On-Chain-Analyseunternehmens Glassnode ist der 90-Tage-Durchschnitt des Verhältnisses von realisierten Gewinnen zu Verlusten offiziell unter 1 gefallen. Dieser Indikator vergleicht den Gesamtwert von BTC, die mit Gewinn verkauft wurden, mit denen, die mit Verlust verkauft wurden, und zeigt an, dass Verlustverkäufe nun die Gewinnverkäufe im Netzwerk überwiegen.
“This confirms a full transition into an excess loss-realization regime,” Glassnode analysts noted in a February 24 update on X.
Das Unternehmen betonte, dass historische Unterschreitungen dieser Schwelle in der Regel sechs Monate oder länger andauerten, bevor sie das Niveau von 1 wieder erreichten, was typischerweise eine „konstruktive Rückkehr der Liquidität in den Markt“ signalisiert.
Der aktuelle Stand ist das Ergebnis eines Trends, der Anfang Februar begann, als das Verhältnis nahe 1,5 lag, und Ende Januar, als es bei etwa 1,32 stand.
Darüber hinaus zeigt die aktuelle On-Chain-Struktur eine Übereinstimmung mit früheren Bärenmarkttiefs. Ein Beitrag von CryptoQuant hebt hervor, dass Indikatoren im Zusammenhang mit Aktivitäten von Walen, insbesondere die Unspent Profitability Ratios (UPR) für verschiedene Haltergruppen, ähnliche Niveaus wie im Mai-Juni 2022 erreicht haben, eine Zeit, die einem signifikanten Rückgang vorausging, bevor das endgültige Tief später im Jahr gebildet wurde.
Marktkontext und historische Parallelen
Der aktuelle Verkaufsdruck folgt auf eine dramatische Abkühlung der Gewinnmitnahmen, die im Dezember 2025 stattfand. Frühere Daten von Glassnode zeigten, dass die durchschnittlichen realisierten Gewinne über 7 Tage von über $1 Milliarde im vierten Quartal 2025 auf nur $183,8 Millionen im Dezember abstürzten, was Bitcoin vorübergehend stabilisierte und Anfang Januar über $96.000 steigen ließ.
Diese Stabilisierung erwies sich jedoch als kurzlebig, da sich die makroökonomischen Gegenwinde verstärkten. Bitcoin wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei etwa $63.200 gehandelt, was einem Rückgang von 3,6 % in 24 Stunden und fast 29 % im vergangenen Monat entspricht. Die Kryptowährung liegt auch fast 50 % unter ihrem Allzeithoch, das im Oktober 2025 erreicht wurde.
Analysten führen die anhaltende Schwäche auf eine Kombination aus makroökonomischen Faktoren zurück, nicht jedoch auf einen strukturellen Zusammenbruch der Bitcoin-Grundlagen. Die jüngsten Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump, einschließlich einer vorgeschlagenen Erhöhung der Steuern auf globale Importe, haben risikobehaftete Vermögenswerte auf den traditionellen und Krypto-Märkten erschüttert.
Trotz der bärischen Signale sind einige Analysten der Meinung, dass der langfristige Zyklus von Bitcoin intakt bleibt. Der CIO von Bitwise, Matt Hougan, bezeichnete die aktuelle Volatilität kürzlich als notwendige „Jugendphase“ der monetären Evolution und argumentierte, dass reifende Vermögenswerte spekulative Phasen durchlaufen müssen, bevor sie institutionelle Stabilität erreichen.
Allerdings warnte der Chart-Analyst Ali Martinez, dass ein dreitägiges „Death Cross“ Ende Februar bestätigt werden könnte, was in den Jahren 2014, 2018 und 2022 endgültige Abwärtsbewegungen ankündigte und historisch zu weiteren Rückgängen von 30 % bis 50 % führte.

