Gewinnziele katapultieren Unicredit-Aktien zu neuen Höhen

Die Aktie von Unicredit hat nach den verkündeten ehrgeizigen Gewinnzielen bis 2030 ein Rekordhoch erreicht. Die geplanten Ausschüttungen der italienischen Bank, die fast 30 Prozent der Anteile an der Commerzbank hält, wurden positiv vom Markt aufgenommen. Analystin Sofie Peterzens von Goldman Sachs hob hervor, dass die angepeilten Überschussziele der Bank die Erwartungen der Marktteilnehmer übertreffen. Unicredit plant, 80 Prozent ihrer zukünftigen Gewinne in Dividenden und Aktienrückkäufe zu investieren.
Dieser optimistische Ausblick wirkte sich auf die gesamte europäische Bankenbranche aus, die sich seit dem jüngsten Rückschlag vom höchsten Stand seit 2008 allmählich erholt. Die Unicredit-Aktien stiegen bis zu sieben Prozent auf über 79 Euro, was den höchsten Stand seit 2009 darstellt. Auch die Commerzbank-Aktie konnte am Vormittag um bis zu drei Prozent zulegen, bewegt sich jedoch noch unter ihrem Mehrjahreshoch. Mit einem Tagesplus von anderthalb Prozent gehörte sie trotzdem zu den stärksten DAX-Titeln.
Unicredit, die im September 2024 Großaktionärin bei der Commerzbank wurde, hat inzwischen ihre Beteiligung auf mehr als 26 Prozent ausgebaut. Einschließlich weiterer Finanzinstrumente kontrolliert die Bank über 29 Prozent der Anteile. Eine Überschreitung der 30-Prozent-Marke würde ein Übernahmeangebot erfordern, doch CEO Andrea Orcel hat bisher keine konkreten Pläne in dieser Richtung bekannt gegeben, was teils mit dem Widerstand der Frankfurter Bankführung und politischen Stimmen in Deutschland zusammenhängt.
Währenddessen setzt Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp auf Strategien zur Erhöhung der Rentabilität, um die Attraktivität des Unternehmens für bestehende Aktionäre zu steigern. Seit dem Einstieg von Unicredit hat der Börsenwert der Commerzbank bemerkenswert zugelegt, was auch für die italienische Bank selbst gilt. Mit einem aktuellen Börsenwert von über 122 Milliarden Euro zählt Unicredit jetzt zu den wertvollsten Banken der Eurozone.

