Gewerbestrom-Report 2026: So viel zahlt der Mittelstand wirklich für Strom
Belastbare Vergleichsdaten zu Strompreis, Verbrauch und Ökostrom-Anteil von über 26.000 KMU – ausgewertet nach 12 Branchen und 16 Bundesländern
Ruderting, 14.04.2026 (PresseBox) - Mit dem Gewerbestrom-Report 2026 veröffentlicht die Energie-Einkaufsgemeinschaft wattline erstmals eine umfassende Auswertung der Energiedaten von über 26.000 Unternehmen in Deutschland. Die Analyse umfasst Strompreise, Stromverbrauch und Ökostrom-Anteil, aufgeschlüsselt nach 12 Branchen und 16 Bundesländern.
“Über die Energiekosten von Haushalten und der Industrie wird viel gesprochen – der Mittelstand bleibt dagegen oft außen vor”, so Philip Gutschke, Stv. Geschäftsführer der wattline GmbH. Mit dem Gewerbestrom-Report liegt nun erstmals ein branchenübergreifender Vergleich von Strompreisen, Verbrauch und Ökostrom-Anteil speziell für den Mittelstand vor.
KMU zahlen in Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein die höchsten Strompreise
Der wattline-Strompreisindex zeigt: Das generelle Preisniveau für KMU hat sich seit der Energiepreiskrise 2020 verdoppelt und liegt damit deutlich über dem Vorkrisenniveau. Die regionalen Unterschiede sind erheblich:
KMU in Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein zahlen dabei im Bundesvergleich die höchsten Strompreise, 17 Prozentpunkte mehr als Betriebe im Saarland, das bundesweit den günstigsten Strom bezieht. Je nach Branche fallen diese Unterschiede teils noch stärker aus.
Große regionale Unterschiede beim Stromverbrauch
Ein KMU in Deutschland verbraucht im Median 85.839 kWh Strom pro Jahr. Doch die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm: In Hamburg liegt der Verbrauch von KMU 76 % über dem Median, in Bremen 28 % darunter. Das ist eine Spannweite von 104 Prozentpunkten. Im absoluten Verbrauch fast das Zweieinhalbfache.
Innerhalb derselben Branche schwankt der Verbrauch je nach Bundesland noch deutlich stärker. Am größten sind die regionalen Unterschiede in der Fleisch- und Fischverarbeitung, am geringsten in der Verwaltung und Bildung.
29,8 % der KMU beziehen Ökostrom – mit großen Branchenunterschieden
Knapp ein Drittel der ausgewerteten KMU bezieht Ökostrom. Die Spannweite nach Branche ist dabei erheblich: Während in der Verwaltung und Bildung 40,5 % der Betriebe Ökostrom nutzen, sind es in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft lediglich 13,8 %.
Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Berlin führt mit einem Ökostrom-Anteil von 51 %, Thüringen bildet mit 15 % das Schlusslicht.
Bemerkenswert: Wo viel Ökostrom produziert wird, wird er nicht automatisch bezogen. Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gehören zu Deutschlands führenden Ökostrom-Produzenten, dennoch liegt der Anteil der KMU mit Ökostrom dort nur im Bereich des Bundesdurchschnitts.
Detaillierte Branchenergebnisse erwarten Sie im Report
Wer z.B. als Bäckerei, Gastronomiebetrieb oder Maschinenbauer wissen will, wo er im Bundesvergleich steht, findet bislang keine öffentlich zugänglichen Daten. Der Gewerbestrom-Report macht diese Einordnung möglich mit Auswertungen für zwölf Branchen. Hier drei Beispiele:
Bäckerhandwerk:
In Niedersachsen liegt der Verbrauch 140 % über dem Median, in Schleswig-Holstein 66 % darunter. Das entspricht einer Spannweite von 206 Prozentpunkten. Niedersächsische Bäckereien verbrauchen gut das Siebenfache dessen, was Betriebe in Schleswig-Holstein aufwenden, beziehen ihren Strom aber trotzdem zu einem unterdurchschnittlichen Preis.
Gastgewerbe:
In Berlin liegt der Verbrauch 183 % über dem Median, in Sachsen 38 % darunter. Das ist gut das Viereinhalbfache im absoluten Verbrauch. Die höchsten Preise zahlen hingegen Betriebe im Saarland: 39 % über dem Bundesdurchschnitt.
Metallgewerbe & Maschinenbau:
Höchster Durchschnittsverbrauch aller Branchen mit 140.130 kWh pro Jahr. In Berlin liegt der Verbrauch 277 % über dem Median, in Sachsen-Anhalt 59 % darunter. Das ist gut das Neunfache im absoluten Verbrauch. Sachsen-Anhalt zahlt dabei mit 12 % über dem Bundesdurchschnitt die höchsten Strompreise der Branche.
Unternehmen aus den folgenden zwölf Branchen können nun analysieren, wie sie im Bundesvergleich dastehen:
- Bäckerhandwerk
- Dienstleistungen
- Fleisch- & Fischverarbeitung
- Gastgewerbe
- Groß- & Einzelhandel
- KfZ-Gewerbe
- Land- & Forstwirtschaft
- Metallgewerbe & Maschinenbau
- Sozial- & Gesundheitswesen
- Verarbeitendes Gewerbe
- Verwaltung & Bildung
- Wohnungs- & Immobilienwirtschaft
Jetzt Gewerbestrom-Report herunterladen!
Warum der Report? Der Mittelstand verdient Transparenz
Als stärkste Energie-Einkaufsgemeinschaft Deutschlands mit über 29.000 Mitgliedern verfügt wattline über eine einzigartige Datenbasis im KMU-Segment. Mit dem Gewerbestrom-Report macht das Unternehmen diese Daten öffentlich zugänglich. Der Hintergrund: Während für die Industrie und für Privathaushalte regelmäßig differenzierte Energiedaten erhoben und veröffentlicht werden, fehlte für den Mittelstand bislang eine vergleichbare Grundlage.
Unternehmen aus zwölf Branchen können nun ihre Stromkosten und ihren Verbrauch mit der eigenen Branche und Region vergleichen – und auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen über ihre Energiebeschaffung treffen.


