Gewalt in Berlin: Warum junge Migranten immer häufiger als Täter auffallen
Nichtdeutsche Jugendliche überrepräsentiert
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Anteil nichtdeutscher junger Menschen unter den Tatverdächtigen. Dieser liegt laut Polizei deutlich über dem Anteil deutscher Kinder und Jugendlicher. Die Behörden betonen, dass es sich dabei nicht um eine pauschale Zuschreibung handle, sondern um eine statistische Analyse als Grundlage für gezielte Präventionsmaßnahmen.
Als mögliche Einflussfaktoren nennt die Polizei unter anderem unterschiedliche soziale Rahmenbedingungen, Gewalterfahrungen im familiären Umfeld sowie kulturelle Prägungen. Ziel sei es, diese Erkenntnisse für Jugend-, Sozial- und Präventionsarbeit nutzbar zu machen.
Messerkriminalität bleibt zentrales Problem
Ein erheblicher Teil der Gewalttaten ereignete sich im öffentlichen Raum, häufig infolge eskalierender Auseinandersetzungen zwischen Gruppen. Besonders problematisch bleibt der Einsatz von Messern. Bereits im Jahr 2024 registrierte die Berliner Polizei rund 48.000 Körperverletzungsdelikte und ermittelte etwa 33.000 Tatverdächtige.
Darunter befanden sich mehr als 2.600 Jugendliche sowie knapp 2.000 Kinder unter 14 Jahren. In über 3.400 Fällen kam es zu Straftaten, bei denen Messer eingesetzt oder angedroht wurden. Von den insgesamt mehr als 4.500 mutmaßlichen Tätern in diesem Deliktfeld war rund ein Drittel jünger als 21 Jahre.
Prävention an Schulen und Forderung nach schnelleren Verfahren
Als Reaktion auf die Entwicklung setzt die Polizei verstärkt auf Präventionsprogramme an weiterführenden Schulen. Ein neues Projekt unter dem Titel „Stark ohne Klinge“ soll Jugendlichen verdeutlichen, dass Messer keine Form der Selbstverteidigung darstellen, sondern ein erhebliches Risiko für Leib und Leben bedeuten.
Darüber hinaus sprach sich Polizeipräsidentin Slowik-Meisel für eine konsequentere und schnellere Ahndung von Jugenddelikten aus. Sanktionen müssten zeitnah erfolgen, um eine klare Wirkung zu entfalten und mögliche kriminelle Karrieren frühzeitig zu unterbrechen. Dafür seien Anpassungen der Strafprozessordnung sowie des Jugendgerichtsgesetzes notwendig, um vereinfachte Verfahren bei leichteren Delikten zu ermöglichen.
Die Berliner Kriminalstatistik zeigt ein gemischtes Bild: Während die Zahl der Gewalttaten insgesamt leicht sinkt, bleibt die Gewalt unter jungen Menschen – insbesondere mit Blick auf Messerkriminalität – ein zentrales sicherheitspolitisches Thema. Polizei und Politik setzen daher gleichermaßen auf Prävention, frühe Intervention und strukturelle Reformen im Jugendstrafrecht.


